Katzen und Hunde

Wer ankündigt, nach Griechenland zu fahren, der erfährt in kürzester Zeit haufenweise gruselige Geschichten über Straßenhunde: fiese, beißende, kläffende, dreckige Köter. Die Geschichten reichen von Katzen, die den Familienhund anfallen bis zu aggressiven Hunden, die versuchen in den Motorradreifen zu beißen. 95% davon kann man, meiner Erfahrung nach, gleich wieder vergessen.

Ja, zugegeben, es klingt schön übel, wenn die Straßenhunde untereinander nachts ihre Hackordnung klären. Vor allem wenn man im Zelt liegt und gerade darüber nachdenkt, dass man eigentlich raus und auf die Toilette müsste. Aber man darf sich vom ersten Anblick nicht täuschen lassen.

Trotzdem zuerst mal die Fakten: Griechenland hat ein Problem mit wilden Katzen und Hunde. Das muss einfach mal so gesagt werden. Vor allem in ländlichen Regionen werden Hunde als Nutztiere gehalten und dürfen oft streunen. Das ist ja schön und gut. Problematisch wird es nur dann, wenn die Tiere nicht kastriert oder sterilisiert sind. Dann gibt es, sowohl bei den Hunden, als auch bei den Katzen Nachwuchs, den leider keiner haben will. Denn wer Haustiere hat, der weiß, so ein Tierarztbesuch kann teuer werden. So kommt es, dass Griechenland voll ist von herrenlosen Hunden und Katzen. Tierschutzorganisationen sind meist überfordert und so traurig es auch ist, wir haben noch nie so viele überfahrene Hunde und Katzen am Straßenrand gesehen wie in Griechenland.

Angst braucht man vor diesen Hunden aber eigentlich nicht zu haben. So brutal die Hunde untereinander klingen, so freundlich und unterwürfig sind sie dem Menschen gegenüber. Ist ja auch logisch: nur nette Hunde bekommen auch mal was und das haben die Hunde schneller gelernt, als man „Futti, Futti!“ sagen kann. Wir haben in den sechs Wochen, die wir unterwegs waren, nur eine schlechte Erfahrung mit einem Hund gemacht und das war kein Streuner, sondern der Wachhund eines Wohnwagens. Tja, und die Toiletten des Standes gehörten offensichtlich wohl auch zu seinem Revier. Da hat nur eins geholfen: Wildpinkeln… Trotzdem ist natürlich immer Vorsicht angebracht. Schon wegen der Parasiten die in und auf den Hunden fröhlich vor sich hinleben, ist kuscheln womöglich nicht das aller Beste. Außerdem weiß man auch nie, was den Hunden im Laufe ihres Lebens wiederfahren ist und auf welche Gesten sie beispielsweise panisch reagieren. Angst und Panik sind also nicht nötig aber etwas Abstand ist angebracht. Wobei die Hunde diesen meist auch von selbst hallten, genau wie die Katzen.

Für die, die unsicher sind im Umgang mit Hunden hier ein kurzer Crashkurs: Es kommt nicht drauf an, was man sagt. Es ist die Art und Weise wie man redet. Helle, freundliche Stimmen (wie wenn man mit einem Baby redet) wirken ermutigend und positiv. Tiefe, grollend und aggressiv ausgesprochene Worte wirken bedrohlich, abschreckend und negativ. Wer also einen Hund wegschicken will, der geht, leicht vorne über gebeugt so dass es von oben herab bedrohlich wirkt auf den Hund zu und schickt ihn mit böser und ablehnender Stimme weg. Was genau man sagt und welche Sprache verwendet wird ist egal. Es zählt die Art und Weise wie. Nicht ängstlich sein und selbstbewusst auftreten sind das A & O. Wenn man selbst darauf vertraut die Situation im Griff zu haben, dann geht eigentlich nichts schief.

Wer einem Hund etwas Gutes tun will, der kauft besser echtes Hundefutter. Essensreste oder Salami sind nicht geeignet. Die sind zu stark gewürzt. Da tut man dem Hund eher einen Gefallen, wenn man ihm nichts gibt. Gefüttert werden, solle der Hund immer weit abseits vom Auto und nicht während man selbst isst. So hat man auch später noch seine Ruhe. Wenn es mehrere Hunde sind, dann ist es gut mehrere Schüsseln aufzustellen. So vermeidet man Futterneid. Ein Wasser zum Futter schadet auch nie.

Für einen selbst gilt: immer gründlich und mit Seife Händewaschen! Niemand hat gerne Würmer oder andere Parasiten… Auch nicht der eigene Hund, wenn man denn einen dabeihat. Aber dann ist so wie so mehr Vorsicht geboten.

Entwarnung also! Es ist alles gar nicht so schlimm wie es oft klingt. Die größte Gefahr geht eh nicht von den Hunden aus, sondern von der Versuchung, einen mitzunehmen und ihm ein neues Zuhause zu geben. Wer das jedoch vor hat, sollte zuvor sicherstellen, dass der Hund wirklich niemandem gehört und dann beim Tierarzt alle nötigen Informationen und Dokumente einholen. Da ich ein sehr weiches Herz habe, hätte ich der Versuchung beinahe nicht wiederstehen können. OK, seinen wir mal ehrlich, ich konnte ihr nicht wiederstehen. Tom hat mich aber glücklicherweise davon abgehalten, einen Hund mitzunehmen, denn ins unser Leben passt gerade einfach keiner rein. Da ich trotzdem etwas Gutes tun wollte, habe ich ein paar Tabletten Wurmkur für Katzen und antibiotische Augensalbe mitgenommen. So konnte ich zumindest ein paar Katzen etwas Gutes tun.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Trotz all des Friede, Freude, Eierkuchens sollte man immer seine Schuhe in Sicherheit bringen, bevor man schlafen geht … und eigentlich auch alles andere. Wir haben auf unserer Reise eineinhalb Paar Schuhe, einen Müllsack und zwei Tupperdeckel eingebüßt. Alles am nächsten Morgen unauffindbar. Man sollte meinen, nach dem ersten Mal hätten wir es gelernt…

Katzen und Hunde sind aber bei Weitem nich die einzigen Tiere, die wir so getroffen haben:

Bergziegen bei Dimitsana
Schildkröten im Kerameikos-Friedhof in Athen
Raupe auf dem Olymp

Gefällt Dir dieser Beitrag?

Für die Erstellung dieses Beitrags wurden Unmengen an Keksen konsumiert. Fülle meinen Keksvorrat wieder auf, damit ich noch ganz viel weiterschreiben kann!

€1,00

Ein Kommentar zu “Katzen und Hunde

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: