Die Dachträgerproblematik: Kann ich ein Dachzelt auch auf mein Auto bauen? Welche Dachträger kann ich nehmen?

Das sind häufig gestellte Frage, vor allem unter Dachzeltneulingen. Auch wir standen zu Beginn vor diesem Problem. Nachdem wir das Dachzelt gekauft und nach Hause gefahren hatten stand fest: die Dachträger tragen kaum das Dachzelt, geschweige denn uns MIT dem Dachzelt. Also mussten auch noch neue Träger her. Aber welche sind denn jetzt stabil genug?

Denn bei genauerer Recherche wurde die Grundproblematik klar. Die maximale Dachlast des Autos ist mit 70 kg angegeben. Um diesen Wert bewegt sich auch die maximale Dachlast der meisten anderen PKWs. Die meisten Hersteller der Dachträger nehmen sich, für den Fall der Fälle, aus der Verantwortung und geben als maximale Last also ebenfalls diesen Wert an, egal wie viel die Träger eigentlich tragen.

Aber erstmal zur maximalen Dachlast des Autos: Keine Angst das Auto hält weit mehr aus als die angegebenen 70kg. Die Rehling, auf der das Gewicht des Dachzelts und der darin schlafenden Personen letztendlich liegt, ist über die A-, B-, C- (und D-) Säule mit der Karosserie verbunden. Dieses Konstrukt ist so stabil, dass es einen Käfig bildet, der die Insassen, Beispielsweise im Falle eines Überschlags, schützen soll. Ein Dachzelt mit zwei oder mehr schlafenden Personen auf dem Dach ist also kein Problem.

Wer sich immer noch nicht ganz sicher ist, ob das eigene Auto einen aushält, der kann das ganz einfach testen: Steigt man bei geöffneter Auto-Tür auf einen der Sitze, sollte man hoch genug sein um sich mit seinem ganzem Körpergewicht auf die Rehling zu stützen. Dabei sollte nur die Federung des Autos nachgeben, mehr nicht. Wenn das problemlos funktioniert, dann ist auch das Dachzelt kein Prolbem. (Wichtig: die Belastung darf nur auf der Rehling liegen, das Blechdach ist für keinerlei Belastung ausgelegt und lässt sich so sehr leicht Eindrücken!!)

Die Dachträger werden dann an der Rehling des Autos befestigt. Das System der Befestigung variiert je nach Hersteller und Modell des Autos. Dementsprechend müssen auch die Dachträger passend zum Modell des Autos und der Bauart der Rehling gewählt werden.

Das Dachzelt wird dann oben auf die Dachträger montiert. Dabei sollten die Träger soweit wie möglich auseinander stehen. So wird das Gewicht von dem Dachzelt zunächst auf zwei Dachträger verteilt und von diesem jeweils noch auf zwei Punkte der Rehling. Auf jeden der Befestigungspunkte wirkt also nur 1/4 des Gewichtes. Wem das noch zu unsicher ist, der kann das Dachzelt auch auf drei oder vier Dachträger stellen. So wirkt auf jeden der Verbindungspunkte nur 1/6 bzw. 1/8 des Gewichts. Normalerweise sollten zwei aber vollkommen reichen.

Im Stand ist also eine Überschreitung der maximalen Dachlast auch bei deutlich mehr Gewicht kein Problem. Trotzdem übernimmt natürlich niemand die Kosten bei etwaigen Schäden, entstanden durch die hohe Belastung.

Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass während der Fahrt die maximale Dachlast nicht überschritten wird. Denn durch die, während der Fahrt wirkenden Kräfte, kann ein Vielfaches des eigentlichen Gewichtes des Zeltes auf die Träger und die Rehling wirken. Diese wirken beim Beschleunigen und Abbremsen nach vorne und hinten, bei Kurvenfahrten nach rechts und links und bei einer holprigen Fahrbahn nach oben und unten. Um die Sicherheit dabei zu gewährleisten darf die Dachlast nicht höher sein als angegeben.

Natürlich ist auch das gesamte Fahrverhalten mit Dachzelt ein anderes, da der Schwerpunkt deutlich erhöht liegt. Da gibt es nur eines: vorsichtig ran Tasten und es nicht übertreiben. Mehr zum Reisen mit dem Dachzelt gibt es hier.

Aber welche Träger kann ich denn jetzt kaufen?

Es gibt zwei recht sichere Möglichkeiten:

  1. Rhino Rack hat sich auf Dachträger spezialisiert und ist damit eine ziemlich zuverlässige Option. Die Träger sind qualitativ sehr hochwertig. Der Australische Hersteller hat nahezu für jeden Geländewagen, Pickup und Transporter eine Lösung. Nur für unser Auto gab es leider keine passenden Träger. Trotzdem war der Kundenservice super und wir bekamen sehr schnell eine Antwort auf unsere Nachfrage.
  2. Die nächste Option ist Thule. Thule ist ein schwedischer Hersteller der unter anderem Dachträgerlösungen anbietet, allgemein von ziemlich guter Qualität. Es gab jedoch Fälle, in denen die Dachgepäckträger nicht gehalten haben und es auf Grund von Material-Ermüdung, durch die hohe Belastung, zu Schäden am Auto kam. Thule nimmt sich zwar in diesem Fall komplett aus der Verantwortung aber unsere Dachträger von Thule haben uns mit unseren 130 kg zusammen mit unserem Dachzelt mit 50 kg problemlos gehalten.

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