Dachzelt aus Holz?

Ja stimmt, das macht Stutzig. Uns hat es auch neugierig gemacht.

Klar, man kennt Hartschalendachzelte aus Kunststoff in verschiedenen Ausführungen und Planenzelte in ebenso vielen Varianten wie es sich Dachzeltnomaden nur träumen können (na gut, nicht ganz, aber man versteht was ich sagen will…). Welches man sich Aussucht, das ist ein ganz anderes Thema und eigentlich auch nur Sache des persönlichen Geschmacks bzw. der Präferenz. Aber ein Dachzelt aus Holz? Da musste ich dringend nachbohren.

Auf einem der zahllosen Strände in Griechenland kam ein Weltenbummler auf uns zu, dem unser Kofferraumausbau gefiel. Man kam ins Gespräch, wie das halt so ist und fünf Minuten später standen wir vor seinem Auto, begutachteten den Ausbau und hörten uns seine Geschichte an:

Unser Gegenüber kam aus dem Osten Europas. Er hatte alles verkauft und in Aktien investiert. So kann er arbeiten wo immer er will, er braucht nur Internet. Er war schon ein paar Monate unterwegs Richtung Süden um da zu überwintern.

Der Ausbau seines Jeeps war selbstgebaut und ziemlich gut durchdacht. Aber trotzdem war zu sehen: die Priorität lag auf Low-Budget. Männlicher Pragmatismus einfach. Das gleiche galt beim Dachzelt. Anstatt eines zu kaufen, hat er einfach eines selbst gebaut.

Zugegeben, meinen Sinn für Ästhetik hat es nicht getroffen, trotzdem konnte ich vor den Argumenten, die für so eine Aktion stehen nicht die Augen verschließen.

  • Es ist billig. Das wohl beste Argument. Man braucht nicht viel außer ein paar Latten vom Baumarkt, zwei Gasdämpfer, ein bisschen Lack, eine Matratze und eine alte Zeltplane die man zerschneiden und neu zunähen kann. Dazu natürlich noch Schrauben, Nägel und Scharniere.
  • Dazu ist das ganze recht simpel. Was man selbst gebaut hat kann man auch ganz leicht selbst Reparieren.
  • Das Holz isoliert und hält kühl. Während es bei uns im Zelt schon nicht mehr auszuhalten wahr, hat es im Holzzelt noch erträgliche Temperaturen. Dank dieser Eigenschaft konnte er sein Auto so ausrichten, dass der Deckel (der Zelt klappte schief auf) in Richtung Sonne zeigt. So bekommt sein Solarpaneel, das auf dem Deckel angebracht ist, die volle Sonneneinstrahlung ab, während es im Zelt selbst kühl bleibt. Das macht es im Süden sehr angenehm. Die gleiche isolierende Eigenschaft funktioniert auch umgekehrt und hält so bei Kälte die Wärme zumindest ein bisschen im Zelt.

Mir stellt sich dann nur noch eine ganz entscheidende Frage: Was ist, wenn es nass wird, dass das Holz aufquillt oder gar schimmelt? Die Antwort darauf war ganz einfach: „Then I can build a new one.“

Tja, so einfach kann das Leben anscheinend sein. Und ein bisschen fassungslos und auch beeindruckt von dieser Mentalität ziehe ich meinen Hut und hoffe, dass für ihn alles gut gelaufen ist.

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