Die Lousios-Schlucht

Eines unserer ganz persönlichen Highlights war unsere Wanderung durch die Lousios-Schlucht. Zeitlich ziemlich am Anfang unserer Tour gelegen, waren wir wandertechnisch noch nicht so fit und damit hat sie uns durchaus an unsere Grenzen gebracht. Zwei Stunden vor Schluss wollten mich meine Beine einfach nicht mehr tragen. Also hat Tom ab da meinen Rucksack genommen und kam dann doch genauso an die Grenze wie ich … und auch noch darüber hinaus. Das hat das Ganze aber noch unvergesslicher gemacht. Denn wie sich rausgestellt hat, geht, selbst wenn einem übel ist vor Anstrengung, doch noch einiges. Aber der Schmerz vergeht und das Hochgefühl bleibt. Diese Kombination aus traumhafter Landschaft und der Auslotung der eigenen Grenzen mach die Lousios-Schlucht für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die rund sechsstündige Wanderung (einfacher Weg) startet im traumhaften Bergdorf Dimitsana und führt nach Stemnitsa durch die Lousios-Schlucht.

Dimitsana für sich ist schon einen Besuch wert. Enge, kopfsteingepflasterte Gassen, Natursteinhäuser mit roten Ziegeldächern und Holzbalkonen, viele verlassene Geschäfte, aber auch einige schöne Läden. Dimitsana hat seinen ganz eigenen Bergdorfcharme. Es ist ein bisschen traurig die viele verlassenen Häuser zu sehen. Viele Einwohner des Hirtendorfs sind auf der Suche nach Arbeit weggezogen. Trotzdem findet wieder ein kleiner Aufschwung statt. Exil-Dimitsaner haben erreicht, dass der Ort unter Denkmalsschutz gestellt wird. Denn während der türkischen Besatzungszeit auf den Peloponnes wurde hier in geheimen Schulen die griechische Sprache und Geschichte weiterhin unterrichtet. Zudem kehren viele der ursprünglichen Einwohner an Wochenenden und im Sommer in ihr Heimatdorf zurück um es in Schuss zu hallten. Und damit steht Dimitsana nicht alleine. Es reiht sich ein traumhaftes Bergdorf an das andere. Das reinste Paradies für Wanderer.

Brotzeit für die Wanderung kann man in zwei kleinen Läden kaufen, die auch direkt an der Hauptstraße von Dimitsana liegen. Diese führen jedoch kein volles Sortiment, wer also etwas bestimmtes benötigt, der sollte das schon vorher besorgen.

Der Startpunkt befindet sich dann unterhalb des Parkplatzes des „Water Power Museum“ von Dimitsana. Dieses ist gut ausgeschildert und leicht zu finden. Das Ganze ist etwas verwirrend, da die Informationstafel am Eingang des Museums steht. Es gibt jedoch zwei Wege: Der eine führt durch das Museum. Falls dieses jedoch geschlossen hat, muss man den kurzen Weg zurück zum Parkplatz laufen. Geht man dort auf die untere Ebene, ist die Wanderung von dort aus in regelmäßigen Abständen gut ausgeschildert, so dass man seinen Weg in die Schlucht recht gut findet.

In den alten Klöstern wurde ebenfalls während der Besatzungszeit die griechische Sprache und Geschichte heimlich weiter unterrichtet.

Der Weg führt ca. 1h hinunter in die Schlucht. Von dort aus geht es über traumhafte Pfade weiter, mehr oder weniger am Fluss entlang. Die, zu laufenden Höhenmeter dürfen aber nicht unterschätzt werden. Die Pfade führen immer wieder von dem Fluss weg, ein ganzes Stückchen hinauf. Von dort aus dann aber wieder hinunter, wo man den Fluss quert, nur um dann wieder bergauf zu müssen. Auf dem Weg Richtung Stemnitsa kommt man an drei Klöstern vorbei. Diese sind alle traumhaft zu sehen.

Die Ruinen des alten Philosphen-Klosters befinden sich etwas unterhalb des neuen Philosophenklosters. Um unentdeckt zu bleiben, sind die Wände des Klosters ganz nah an die Felswand gebaut und nicht gestrichen.
Der Wanderweg führt buchstäblich durch den Innenhof des Philosophen-Klosters.
Prodromou

Vor allem das Kloster Prodromou, das buchstäblich an der Felswand hängt, ist ein Highlight für sich. Wer die Innenräume sehen will muss am besten vormittags schon da sein, da es ab dem Mittag geschlossen ist. Jedoch sollte man auch auf die Kleiderordnung achten: Männer in Shorts oder Frauen in Hosen bzw. mit freien Schultern dürfen nicht hinein. Für diesen Fall hängen aber am Eingang Schürzen aus. Es gibt auch einen kleinen Verkaufsraum, in dem man gegen eine kleine Spende Olivenölseifen oder ein Armband bekommt.

Von Prodromou führt der Weg bergaufwärts nach Stemnitsa. Entscheidet man bis dorthin zu laufen, kann man sich ein Taxi zurück nach Dimitsana organisieren (an jedem Punkt, an dem der Wanderweg die Straßen Kreuzt stehen Schilder mit Taxinummern aus). Alternativ kann man sich in Stemnitsa ein Zimmer mieten und am nächsten Tag zurücklaufen. Für einen Tag ist der ganze Weg hin und zurück jedoch ein bisschen weit.

Etwa 20 min unterhalb des Prodromou-Klosters befindet sich eine weitere Ruine, die mit ihrer eiskalten, frischen Quelle einen traumhaften Brotzeitplatz abgibt.

Da wir uns weder ein Zimmer, noch ein Taxi nehmen wollten, entschieden wir uns nach Prodromou dagegen aus der Schlucht raus und bis Stemnitsa zu laufen. Stattdessen bogen wir ab Richtung Asklipiion und Gortys. So konnten wir noch eine Weile in der Schlucht weiterwandern, noch ein paar traumhafte Ruinen sehen und trotzdem noch problemlos zurücklaufen…dachten wir.

Tja, ein wenig hatten wir uns wohl überschätzt. Aber irgendwie haben wir es doch zu unserem Auto zurückgeschafft. Es ist also alles machbar. Als wir dann am Auto endlich ankamen, waren wir dann ca. 10 Stunden unterwegs.

Trotz der griechischen Sommerhitze waren die Temperaturen erträglich, manchmal sogar ein bisschen kühl. Ein Großteil des Weges führt durch den Wald und ist somit gut beschattet. Dazu kommt die Kühle des Flusses, den man ja immer wieder quert. So sind die Temperaturen ideal zum Wandern. (Für Brotzeitpausen an kühlen Quellen kann trotzdem ein Pulli nicht schaden).

Waschen konnten wir uns dann im eiskalten Bergbach oberhalb des „Water Power Museum“. Das gab Gehirnfrost beim Haarewaschen aber danach waren die Beine wieder fast wie neu.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Wo schlafen?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Wer möchte kann sich in Dimitsana ein Zimmer mieten. Dafür gibt es mehrere Optionen. Wer jedoch einen Stellplatz für ein Wohnmobil, Bus oder Dachzeltauto sucht der wird auch fündig.

Es gibt einen offiziellen Wohnmobilstellplatz ein Stückchen unterhalb des „Water Power Museum“. Der Parkplatz gehört zu einem kleinen Gasthaus das auch Zimmer zum Übernachten anbietet. Man darf jedoch nicht zu viel erwarten. Es ist ein reiner Parkplatz, ohne Toiletten oder anderen Luxus. Die Besitzer sind sehr freundlich und helfen auch gerne mal mit der Suche nach dem Einstieg. Auch mit Dachzelt durften wir dort eine Nacht umsonst stehen und die traumhafte Aussicht genießen.

Koordinaten: N 37.58628 E 22.04537

Eine weitere (und schönere) Möglichkeit bietet sich oberhalb des „Water Power Museum“. Der Kiesplatz am Eingang, dort wo auch die Informationstafel steht, da kann man auch mit dem Auto hinfahren. Der Platz ist ein Traum! Ich glaube die Bilder sagen alles. Es gibt zwar ein Schild, dass Camping dort verboten ist aber als wir dort standen schien es niemanden zu stören. Stattdessen hat das Dachzelt wieder für ordentlichen Gesprächsstoff mit einigen Arbeitern gesorgt. Im Zweifelsfall hilft natürlich immer Fragen (sofern jemand da ist). Wem das zu Riskant ist, der kann auch auf dem offiziellen Parkplatz stehen. Dieser bietet nur leider keinen Schatten. Früh aufstehen ist also Vorprogrammiert.

Koordinaten: N 37.58326 E 22.04741

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