Mistras

Mistras war definitiv eines der großen Überraschungshighlights. Nachdem wir zuvor noch nie etwas davon gehört hatten, standen wir dem ganzen eher neutral gegenüber, auch wenn es in unserem Reiseführer als eines der 12 Highlights Griechenlands beschreiben war. Aber da es quasi neben Sparta und damit fast direkt auf unserer Route lag, dachten wir uns, ein par Ruinen mehr können nicht schaden, und hielten zu der bestmöglichen Tageszeit für eine Besichtigung: mittags. Naja, wie soll ich sagen, es war anstrengend, verdammt anstrengend und gleichzeitig das faszinierendste, was wir während unserer Tour besichtigen konnten.

Zunächst mal die Fakten und Eckdaten:

Mistras ist eine byzantinische Ruinenstadt und liegt in den Ausläufern des Taigetosgebirges. Die Ruinen thronen hoch über der Ebene des Flusses Evrotas und die Aussicht ist atemberaubend! 1249 ließ ein fränkische Krezritter dort oben die erste Festung errichten. Nach einer Eroberung durch die Byzantiner 1265 entstand unterhalb der Festung ein florierendes Zentrum höfischer byzantinischer Kultur. 1460 wurde die hochentwickelte Stadt durch die einfallenden Türken leider zerstört. Nichtsdestotrotz schimmert die einstige Pracht in den Ruinen noch durch. Auch heute noch ist die Unterteilung in Festung, Oberstadt und Unterstadt deutlich zu erkennen.

Parken kann man sowohl vor dem Eingang der Unterstadt als auch vor dem der Oberstadt. Für die Lauffaulen unter uns kann man mit demselben Eintrittsticket nochmals in dem jeweiligen anderen Stadtteil rein. So kann man beispielsweise die Unterstadt besichtigen und dann mit dem Auto hoch zur Oberstadt fahren und dort nochmals durch die Eingangskontrolle um die Oberstadt zu besichtigen. In die Festung hoch muss man dann aber doch einen kleinen Fußmarsch auf sich nehmen. Aber der lohnt sich definitiv. Die Aussicht ist Atemberaubend.

Ach, und man sollte nicht dem selben Irrtum erliegen wie wir: Die einzelnen Stadtteile sind sehr wohl miteinander verbunden, auch wenn es auf der Karte nicht so aussieht. Wenn man also in der Oberstadt startet und einfach immer weiter läuft kommt man am Ende zwangsläufig in der Unterstadt raus…und muss den Weg dann natürlich auch wieder hoch. Aber ich muss sagen, die Anstrengung hat sich gelohnt.

Das Gassennetz ist faszinierend. Informationstafeln erzählen spannende Geschichten auf Englisch und erläutern die damalige Organisation der Stadt bzw. der Städte untereinander (wenn auch oft in doppelter Ausführung). Die meisten Ruinen kann man noch betreten und erkunden, ebenso wie die vielen noch erhaltenen Kirchen. Das macht das Ganze zu einem riesigen Entdeckerspielplatz für Groß und Klein. Wen die Hitze plagt, für den gibt es auf dem ganzen Gelände verteilt Trinkwasser-Brunnen.

Etwa in der Mitte befindet sich ein Kloster das noch in Betrieb ist. Es ist wie eine kleine grüne Oase inmitten der Ruinen. Wie ich finde ein südländischer Traum. Trotz der vielen Touristen ist es aber wichtig die Kleiderordnung zu respektieren und sich ggf. eine der Schürzen umzubinden, die am Eingang extra dafür aushängen.

Einen tollen Schlafplatz gibt es auch in der Nähe:

Ganz in der Nähe der Autobahnabfahrt vom Sparta führt ein Pfad auf einen kleinen Hügel. Dort oben kann man neben alten Ruinen stehen und mit einem traumhaften Blick auf Sparta einschlafen. Naja…könnte man, wenn man ein Auto mit Allrad besitzt. Der Weg nach oben ist ein Schotterweg, relativ steil und mit engen Kurven. Größe Fahrzeuge könnten sich also schwertun. Anscheinend kann man die Ruinen von beiden Seiten des Hügels anfahren, das haben wir aber nicht probiert.

Wer, wie wir, es nicht nach oben schafft und rückwärts wieder runter rollt, für den gibt es auch eine andere Alternative. Die hat zwar nicht ganz so viel Aussicht aber auch ihren eigenen Charme: Etwa auf halbem Weg nach oben gibt es eine kleine Kirche mit einem Parkplatz. Dort kann man mit ein bisschen Geduld einen Ebenen Stellplatz finden. Die Kirche ist rundum Überdacht und bietet so Schatten zum Sitzen. Außerdem lässt sich zwischen den Bäumen gut eine Hängematte aufspannen 😉. Morgens war um die Kirche herum zwar sehr viel los, aber niemand schien sich an uns zu stören. Trotzdem lohnt sich natürlich ein kleiner Spaziergang nach oben zu den Ruinen.

Vielleicht haben wir uns auch nur ein bisschen blöd angestellt, denn einige (offensichtlich) Ortsansässige sind dort auch ohne Allrad hochgekommen. In dem Fall darf man dann wohl keine Gnade mit dem Auto kennen…

Zuletzt noch ein paar Worte zu Sparta:

Man kann getrost mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Sie ist übersichtlich aufgebaut (die Straßen im Karo-Muster) und man findet sehr leicht einen Parkplatz. Es gibt sehr viele schöne Kaffees, es lohnt sich also ein wenig spazieren zu gehen. Neben den Ausschilderungen zu den ortseigenen Ruinen ist auch die Ausschilderung nach Mistras sehr übersichtlich.

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