Flug gestrichen – und jetzt?

Was macht man, wenn einem einen Monat vor Beginn der Reise der Flug gestrichen wird? Genau das ist uns passiert und zugegeben, so einfach war das „Was passiert jetzt?“ nicht zu beantworten.

Unseren ursprünglichen Flug haben wir schon im Herbst gebucht: Eine Verbindung von Frankfurt nach Kathmandu mit einem Zwischenstopp in Chengdu in China. Eigentlich die ideale Verbindung. Vor allem über den Preis von 500,11€ pro Person für Hin- und Rückflug haben wir uns ziemlich gefreut. (Natürlich sind die niedrigen Flugpreise auch ein Großer Faktor in der ökologischen Kriese auf die wir zusteuern, aber wenn man, wie wir, nur ein begrenztes Budget zur Verfügung hat, dann kann man sich trotzdem ein bisschen drüber freuen.) Zugegeben, Frankfurt ist nicht gerade der nächste Weg. Es hätte auch eine Verbindung von München aus gegeben: München – Frankfurt – Chengdu – Kathmandu. Von München nach Frankfurt zu fliegen erschien mir jedoch ziemlich hirnrissig, um es mal so auszudrücken, vor allem da es von Augsburg aus eine direkte ICE Verbindung zum Frankfurter Fernbahnhof gibt. Also haben wir auch gleich die Zugtickets mitgebucht (je früher desto billiger), natürlich ohne die Option auf Stornierung, da die teurer gewesen wäre. Warum auch? Es war ja alles fix … dachten wir zumindest.

Und wie wohl inzwischen schon klar sein sollte, wurde uns 4 Wochen vor Abflug nochmal alles umgeworfen. Ich erhielt nämlich folgende E-Mail:

Zuallererst war ich ein bisschen Ratlos. Wenn unser Flug anstatt nach Chengdu, nach Peking geht, dann ist das ja schön und gut und mir prinzipiell egal, solange dann von Peking ein Flug weiter nach Kathmandu geht. Wir hatten ja EINEN Flug mit einem Zwischenstopp gebucht und nicht ZWEI Flüge unabhängig voneinander. Eigentlich sollte man diese beiden Flüge also nicht trennen können. Von unserem Weiterflug nach Kathmandu ist aber, wie man ja sehen kann, nichts zu lesen. Also muss man wohl mal wieder aller Welt hinterher telefonieren…

Die folgenden zwei Abende verbrachte ich in der Warteschleife der Hotline von Air China. Dabei war es gar nicht so leicht überhaupt in die Warteschleife rein zu kommen (wahrscheinlich, weil alle Plätze besetzt waren) und wenn ich es doch mal geschafft hatte flog ich immer pünktlich nach 31 min wieder raus.

Total entnervt habe ich mich dann doch per E-Mail an die Ansprechstelle von Air China in Frankfurt gewendet. Die Adresse hatte ich aus einer Liste im Internet. Nach ein paar Tagen kam dann die Antwort:

Was mit unserem Weiterflug nach Kathmandu ist blieb offen. Über ein Reisebüro haben wir nicht gebucht. Zu teuer. Wir haben alles selber Gebucht und Geplant. Also war die nächste Anlaufstelle fluege.de. Da hatten wir unseren Flug gebucht. Die freundliche Dame am Telefon teilte mir mit, dass mein erster Flug tatsächlich umgebucht wurde, die Verbindung von Chengdu nach Kathmandu aber noch bestand. So ein Schwachsinn! Das musste auch sie lachend zugeben.

Umbuchen geht nur innerhalb derselben Airline. So konnte sie mir nur eine Flugverbindung mit drei Zwischenstopps in China anbieten. Da sich die Fluglage aufgrund des Corona-Virus wahrscheinlich nicht mehr verbessern, sondern eher nur verschlechtern würde kam das aber nicht in Frage. Am Ende wäre unser nächster Flug noch knapper vor Reiseantritt storniert worden.

Also ließ ich eine Anfrage an Air China stellen, ob wir den Flug mit voller Kostenrückerstattung storniert bekommen. Da die Antwort ein paar Werktage dauern würde und inzwischen schon eine Woche vergangen war, mussten wir eine Entscheidung treffen:

Würden wir trotzdem einen neuen Flug buchen, selbst wenn wir von dem alten keinen Cent wiederbekommen würden? Wäre es uns wert, wenn wir deutlich mehr als das Doppelte für die Flüge zahlen als geplant?

Die Antwort war Eindeutig aber verursachte trotzdem Magenschmerzen. Natürlich würden wir trotzdem fliegen. Wir hatten diesen Urlaub über ein Jahr lang geplant.

Direktflüge gibt es keine aber noch eine Alternative von Frankfurt aus über Delhi, an den selben Tagen. Aber auch die Buchung ging nicht ganz reibungslos vonstatten. Ein paar Telefonate und Nervenzusammenbrüche später hatten wir dann aber unsere Flüge. 824,70€ pro Person für Hin- und Rückflug. Auch wenn unsere Züge jetzt nicht mehr ganz so optimal sind, wir könne froh sein, dass wir so knapp vorher überhaupt noch Flüge bekommen haben.

Ca. eine Woche später erhielt ich auch eine Mail von fluege.de: Unsere Buchung wurde wunschgemäß storniert und ein Erstattungsantrag an die Fluggesellschaft gestellt. Auf die Stornierungsgebühr von 50,00€ wurde verzichtet, die, bei der Buchung angefallene ServiceFee wird jedoch einbehalten.

Damit haben wir jetzt eine neue Flugverbindung und trotz Kostenrückerstattung haben die Flugausfälle durch den Corona-Virus jeden von uns knapp 400€ gekostet.

Aber damit ist die Arbeit nicht getan. Für den Umstieg in Chengdu haben wir kein Transitvisum benötigt (nachzulesen ist das auf der Seite des Auswertigen Amtes) aber wie das in Indien gehandhabt wird, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass am Flughafen keine Visa ausgestellt werden aber ob ich für das Umsteigen ein Transitvisum brauche ist unklar. (Vielleicht bin ich auch einfach nur nicht fähig das richtig zu recherchieren … wenn also irgendwer etwas darüber weiß wäre ich für einen Tipp sehr dankbar.)

Einige Telefonate später bin ich inzwischen soweit, dass ich einfach eine Mail an das Indische Konsulat in München geschrieben hab. Ich hoffe, dass ich ziemlich bald eine Antwort bekomme, da unser Flug in weniger als zwei Woche geht…

NACHTRAG: Die nette Dame am Check-in konnte uns sagen, dass bei einem Aufenthalt in Delhi unter 24 Stunden kein Visum nötig ist, sofern man einen Weiterflug vorweisen kann, der wieder aus Indien raus führt. Das heißt in unserem Fall ist (zum Glück) kein Visum vonnöten.

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