Sehenswertes in Kathmandu

Der Garten der Träume

Der Garten der Träume ist eine kleine Gartenanlage, ganz in der Nähe Thamels.

Die Gartenanlage wurde in den 1920er Jahren von Feldmarschall „Kaiser Shamser“ (Ja, sein Name war tatsächlich Kaiser) neben seinem Palast gebaut. Er hatte auf seinen Reisen mehrere englische Herrenhäuser mit prunkvollen Gartenanlagen gesehen und ließ sich davon inspirieren. Daher wirkt der Garten überraschend europäisch. Der Garten wurde lange Zeit bis zum Verfall vernachlässigt. Daraufhin wurde der Garten innerhalb von sechs Jahren (beendet 2007) restauriert.  Von den ursprünglichen 1,6 Hektar und den sechs Pavillons blieben dabei nur 0,5 Hektar und drei Pavillons übrig. Die Nepalesen führen ihre Freundinnen und Frauen hierhin aus und die schönen Fotolocations werden durch Touristen intensiv genutzt.

Die Anlage ist wie eine kleine ruhige Oase inmitten des Stadt-Dschungels von Kathmandu. Man kann dem Straßenlärm und dem Staub für einen Moment entfliehen und in dem Café oder auf einer der zahlreichen Bänke zur Ruhe kommen. Mit etwas Geduld hat man auch bald einige Streifenhörnchen um sich versammelt. Trotzdem ist die Stadt aber nicht ganz vergessen. Der Garten ist nicht sehr groß, so dass man bei einem Spaziergang schnell das andere Ende erreicht hat. Die Gerüste rundum machen die Illusion auch nicht gerade perfekt. Trotzdem ist der Garten ein Ort, an dem man definitiv gerne längere Zeit verweilt.

Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen 400 NPR.


Narayanhiti-Palastmuseum

Fast direkt neben dem Garten der Träume liegt das Narayanhiti-Palastmuseum.

Zwei Jahre nach dem die Königsfamilie im Jahr 2008 innerhalb von 15 Tagen den Palast endgültig verlassen musste, wurde der ehemalige Königspalast als Museum wiedereröffnet. Der Palast eröffnet einem Einblicke in die Welt der „modernen“ Könige. Von Banketzimmern über Ahnenbilder, bis hin zu den Einschusslöchern die von dem Massaker 2001 übrig blieben, als Prinz Dipendra erst seine Familie und dann auch sich selbst tötete.

Der Weg durch den Palast war interessant aber auch seltsam befremdlich. Man stolpert über Dinge, die man, aus europäischer Sicht, niemals in einem Königspalast erwarten würde. Neben Hocker aus Elefantenfüßen, augestopften Tigern und prunkvollen Sesseln steht aufeinmal ein Fernseher, in der Ecke eine Stereoanlage und auf dem Beistelltisch ein Telefon. Aber auch wenn man sich jedesmal wieder in Erinnerung ruft, dass der König erst 2008 endgültig abgesetzt wurde, ist man dann doch wieder überrascht, wenn im Erholungszimmer des Königs vor der riesigen Couch ein Fernseher steht.

Der Eintritt kostet 500 NPR und man darf weder Kamera, noch Tasche mir hinein nehmen. Dafür gibt es extra kostenlose Schließfächer.


Kathmandus Altstadt

Um das Gassengewirr von Kathmandus Altstadt kommt man nicht herum. Die kleinen Gassen sind voll und laut. In der Mitte drängen sich Menschen, Motorrädern und manchmal sogar Autos, während von allen Seiten die Händler versuchen ihre Ware zu verkaufen.

Schrein der Zahnschmerzen. Wer einen Nagel hineinschlägt, der wird von seinen Schmerzen befreit.

Wenn man eh auf dem Weg zum Durbar Square ist, kann man sich einfach auf Umwegen durch die Straßen treiben lassen. Auch vor kleineren Gassen oder Tempelanlagen muss nicht zurückgeschreckt werden. In den meisten Gassen verbergen sich nur noch mehr Verkaufsstände, wie zum Beispiel am Indra Chowk. Dort wird in den winzigen Seitengassen der grelle Schmuck verkauft, der bei dein einheimischen Ehefrauen sehr beliebt ist. Die Tempelanlagen die von allen betreten werden dürfen sind zumeist mir Schildern als solche gekennzeichnet.

Nachdem ich mich an die vollem und lauten Straßen gewöhnt hab, kann ich nicht genug davon bekommen. Jedes Mal, wenn unser Weg uns wieder Richtung Durbar Square führt gibt es wieder etwas neues zu Entdecken.


Durbar Platz

Auf dem Durbar Platz wurden die alten Könige gekrönt und von dort aus regierten sie auch das Land. Der Platz besteht eigentlich aus drei, miteinander verbundenen Plätzen. Die Plätze sind voll mit Tempel und Statuen verschiedenster Art. Leider ist bei dem Erdbeben 2015 der Platz sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die meisten Tempel wurden zerstört und befinden sich zum Teil immer noch im Wiederaufbau. Der Palast kann inzwischen schon wieder durchquert werden und im kleinen Palastmuseum dahinter wird die Tragödie von 2015, sowie die Schritte des Wiederaufbaus geschildert.

Eines der wenigen Gebäude, die ganz erhalten geblieben sind ist der Kumari Bahal. In dem dreistöckigen Haus aus roten Ziegeln lebt die Kumari, Nepals lebende Kind-Göttin. Den Innenhof kann man betreten und mit etwas Glück kann man sie am Fenster stehen sehen. Gewöhnlich zeigt sie sich zwischen 9:00 und 11:00 Uhr am Vormittag und zwischen 16:00 und 18:00 Uhr am Nachmittag. Sie zu fotografieren ist strengstens verboten.

Wenn sie erscheint, dann zeigt sich die Kumari kurz auf dem obersten Balkon gegenüber des Eingangs zum Innenhof.

Wir hatten das Glück sie sehen zu können. Es war schon komisch einem Mädchen gegenüber zu stehen, die nur als lebende Göttin bezeichnet wird. Aber im Endeffekt ist sie doch nur ein Kind, dem die Kindheit geraubt wird, bevor man sie zurück in ihr gewöhnliches Leben wirft. Viel faszinierender waren die Gläubigen, die im Hof standen, die Hände zum Namaste geformt, und ihre Gebete murmelte oder einfach nur ehrfürchtig nach oben starrten. Aber trotzdem hat sich bei mir etwas anderes ins Gehirn gebrannt. Nicht die Kindgöttin, die würdevoll am Balkon steht, nicht die Gläubigen, nicht die Touristen, sondern das Ende des Ganzen: Die Kumari wirft nach ein paar Minutend der Frau, die mit ihr an den Balkon gekommen ist, einen Seitenblick zu, die Frau nickt kaum merklich. Daraufhin löst sich die Kumari vom Balkon und hopst ins Zimmer zurück.

Der Eintrittspreis für den Durbar Platz beträgt 1000NPR pro Person. Das Geld wird unter anderem dazu verwendet, die Tempelanlagen wieder aufzubauen. In dem kleinen Büro, links neben dem Kumari Bahal, kann man sich einen Ausweis ausstellen lassen, mit dem man den Platz jederzeit betreten und überqueren kann. So muss man den Eintrittspreis nur einmal zahlen. Dazu braucht man den Pass und ein Passfoto.


Swayambhunath

Der buddhistische Tempel liegt etwas mehr als 2 km vom Thamel entfernt. (Ich kann nur empfehlen zu laufen, so bekommt man einiges von der Stadt zu sehen.) Am schönsten ist es früh Morgens oder Abends während des Gebetes aber auch die Sonnenauf- und Untergänge sind spektakulär. Es gibt zwei Wege nach oben. Der östliche Weg führt über eine Lange Steintreppe und schon hier ist klar warum der Tempel auch „Affentempel“ genannt wird. Sie sind wirklich überall und ganz schön frech.

Der Weg nach Oben ist nicht ganz unanstrengend, aber dafür kann man das oben Ankommen deutlich mehr genießen. Auch die Aussicht in beide Richtungen ist zu jeder Zeit alles andere als langweilig. Steigt man Abends nach oben, dann muss man sich in acht nehmen. Viele Einheimische kommen zum Sport machen hier her und sprinten, an einem vorbei, die Treppen nach oben.

Oben angekommen wird es Farbenfroh, noch mehr, als bis jetzt eh schon. Überall spannen sich Gebetsfahnen auf. Die weiße Kuppel steht im starken Kontrast zur goldenen Spitze und dem dunkeln Stein drumrum.

Bleibt man bis in die Dunkelheit hinein, kann man den atemberaubenden Blick über Kathmandu genießen.

Der Eintritt kostet 200 NPR.


Pashupatinath

Etwas weiter entfernt ist der hinduistische Tempel Pashupatinath. Die ca. 3,5 km von Thamel aus, lassen sich gut in einer Stunde zu Fuß zurücklegen.

Die beste Besuchszeit ist wieder früh Morgens oder Abends zum 18:00 Uhr Gebet.

Dort angekommen muss man einen Eintritt zahlen und kann sich einen Guide mieten. Direkt nach dem Eingang führt eine Brücke über den Fluss. Überquert man diese, so kann man den Feuerbestattungen auf der gegenüberliegenden Seite folgen. Hier werden die Leichen in bunte Tücher gewickelt, ein Scheiterhaufen errichten und, wenn alle Angehörigen eingetroffen sind, wird der Leichnam auf das Holz gebettet und angezündet. Ist das Feuer zur Gänze abgebrannt, werden die Holzreste in den Fluss geschmissen.

Wer so einer Feuerbestattung beiwohnen will, der sollte Zeit mitbringen. Außerdem (und ich verstehe nicht warum das überhaupt gesagt werden muss) respektvoll mit der Kamera umgehen! Auch der Geruch ist nicht zu unterschätzen.

Die Verbrennungsstellen sind aber nicht das einzige. Fotogene Sadhus Posen gegen ein kleines Taschengeld (50-100 NPR) für ein Foto, man kann sich segnen lassen, oder bei einem der vielen Frauen Ketten kaufen. Nicht zu vergessen die Kühe, die überall herumstehen. Weiter oben am Fluss baden Leute und überall auf dem ganzen Gelände spielen Kinder, Affen und Hunde. Allgemein eine sehr skurile Kombination.

Steigt man, bei der Abenddämmerung bis auf die Wiesen auf der gegenüberliegenden Seite, dann findet man noch mehr Sadhus, die etwas Wheed und den Sonnenuntergang genießen. Je dunkler es dann wird, desto mystischer wird die ganze Anlage.

Als Eintrittspreis sind 1000 NPR zu zahlen. (Man könnte meinen das ist etwas hoch angesetzt, dafür, dass nur Hindus die meisten Tempelanlagen betreten dürfen.) Trotzdem fand ich, war es das wert. Allein die Stunde, die wir am Ufer gesessen sind und den Bestattungen beigewohnt haben, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen und macht nachdenklich über die Bedeutung von Leben und Tod.

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