Annapurna-Circuit-Treck Tag 2

In 26 761 Schritten von Chame nach Upper Pisang.

In Chame ist die letzte Möglichkeit Geld abzuheben. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: diverse Shops bieten diese Möglichkeit gegen eine 10% Charge. Es gibt aber auch einen ATM. Da kann man jedoch nur 10 000 NPR auf einmal abheben und es kann auch sein, dass einfach kein Geld mehr da ist. Zum Glück konnten wir noch welches abheben. Akzeptiert wird aber nur Visa-Card.

Chame

Diesen Morgen machten wir nicht dem gleichen Fehler wie am Vortag und standen früher auf. Auch wenn ich, bei den, im Zimmer herrschenden, knapp 0°C lieber im Schlafsack liegen geblieben wäre. Auf meine Ferse kam jede Menge Jodsalbe, eine nicht klebende Wundauflage und dann wurde der ganze Fuß mit Tape zugeklebt. Diese Konstruktion hält ziemlich gut und ermöglichte mir die ganzen nächsten Tage das Vorankommen. Sieht übel aus aber Laufen konnte ich damit erstaunlich gut. Gestärkt haben wir uns mit reichlich Porridge und einer großen Kanne Schwarztee gegen die Kälte, bevor wir uns nach draußen wagen konnten.

Nachdem wir eingesehen hatten, dass es bei der Kälte wohl doch nichts mit Zelten und selber Kochen wird (ja, eventuell gingen wir an die Wettersituation ein wenig blauäugig heran), gaben wir alles entbehrliche weg. Mit leichterem Rucksack und auf dem relativ Ebenen Weg kamen wir recht schnell voran. Die Sonne schien, die Natur war schön und die Stimmung gut. Auf der Schotterstraße durch den Wald fühlte es sich kurze Zeit an wie zu Hause und es roch auch so.

Etwa auf halbem Weg erreicht man eine Apfel-Farm: Bratang (2900m). In einem erstaunlich modern aussehenden Café kann man super Mittagessen und die Sonne genießen, die durch die riesigen Glasscheiben fällt. Eigentlich kann man alles mit Apfel empfehlen, aber vor allem der Apfelpfannkuchen schmeckt, als wäre er nicht von dieser Welt. Nur die Modernität des Gebäudekomplexes ist irritierend. Irgendwie passt es nicht so richtig hier hin. Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich die Abwechslung erfrischend oder unpassend finden soll. Aber am Ende bleibt eh nur die Erinnerung an die warme Tasse Tee in den Händen, die Sonne, die durch die Scheibe auf den Rücken scheint, die müden Beine und der Gedanke an die zweite Hälfte der Strecke, bei dem ich es kaum erwarten kann weiter zu laufen und mich gleichzeitig einfach unter dem Tisch verstecken möchte, aus Angst vor der Anstrengung die noch auf mich zukommt. Aber verstecken hätte eh nichts gebracht, die Jungs hätten mich so oder so gefunden.

Nach Bratang (2900m) ist es nochmal ein ganz schönes Stückchen bis zum nächsten Ort Dhikur Pokhari (3200m) aber es ist vor allem auch ein schönes Stückchen. Kurz nach Bratang (2900m) führt die Straße an einem Steilhang entlang. Tatsächlich ist die Straße sogar aus dem Hang gesprengt worden. Unten im Fluss, der senkrecht unter der Straße verläuft entdeckten wir einen Jeep, eher ein Jeep-Wrack. Der Gedanke daran, wie der Jeep wohl dort unten gelandet ist und die Tatsache, dass die Nepali lieber hinten auf dem Pickup mitfahren, als in der Kabine, um im Notfall abspringen zu können, belegte unsere Jeepfahrt nach Dharapani mit einem ganz neuen Gefühl.

Aber auch die Lawinen, egal ob Geröll oder Schnee, die überall um uns herum mit einem riesigem Getose abgingen verstärkten das mulmig-aufgeregte Gefühl. Durch die strahlende Sonne schmolz der Schnee, von überall her kam das Wasser. Es regnete von den Felswänden und rann in ganzen Bächen die Straße nach unten. Der Schlamm machte uns das Vorankommen natürlich nicht leichter. Am Abhang, direkt neben der Straße konnte man die Abbruchkanten der Minilawinen erkennen. Gleichzeitig der Atemberaubende Blick auf den Annapurna II und das Bergabentueuer war perfekt.

Blick auf den Annapurna II (wir haben lange diskutiert, aber das sollte er sein…)
Dhikur Pokhari

In Dhikur Pokhari (3200m) kann man sehr schön auf einer der vielen Dachterrassen eine Teepause einlegen, sich von der Sonne wärmen lassen und die atemberaubende Aussicht in aller Ruhe auf sich wirken lassen. Hier muss man auch entscheiden ob man nach Upper Pisang (3300m) oder lieber nach Lower Pisang (3200m) möchte, denn hier teilt sich der Weg. Die Straße führt weiter nach Lower Pisang, während am Ende von Dhikur Pokhari ein Wanderpfad (endlich!) nach rechts abzweigt und direkt nach Upper Pisang führt. Bis Upper Pisang ist es von hier aus noch knapp eine Stunde. Natürlich sind beide Orte auch miteinander verbunden aber nach den endlosen Kilometern schlammiger Straße, die wir hinter uns hatten, war der Wanderpfad eine willkommene und vor allem traumhaft wenig schlammige Abwechslung.

Dhikur Pokhari
Auf halbem Weg nach Upper Pisang

In Upper Pisang fangend wir gleich am Anfang des Ortes ein Hotel. Wenn ich mich richtig erinnere, dann hieß es „Hotel Royal Nyeshang“. Ein großes, zweistöckiges Gebäude aus Holz mit Zimmern, dazu mehrere kleine Holzcottages und ein großes Haus zum Essen mit Holzofen. Wir bekamen zwei Zimmer in dem großen Holzgebäude mit eigenem Bad und weil die Sonne den ganzen Nachmittag auf die Scheiben geschienen hatte war es wundervoll warm. Dazu noch der Luxus einer warmen Dusche und alles war perfekt.

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