Annapurna-Circuit-Treck Tag 6

In 16 751 Schritten von Manang nach Yak Kharka.

Dieser Artikel wird genauso kurz wie diese Etappe. Wir waren aber nicht einfach nur faul. Ne, ne, das war durchdacht. Yak Kharka liegt ziemlich genau 500 Höhenmeter über Manang, so bleiben wir innerhalb der 500 Höhenmeter-Grenze. Bis Thorung Phedi sind es so oder so zwei Tagesetappen. Und, zugegeben, mittags sein Ziel schon zu erreichen ist wirklich ein verdammt tolles Gefühl. Aber ich will ja nicht zu viel vorwegnehmen.

Morgens haben wir uns bewusst etwas Zeit gelassen, die Tagesetappe war kurz und, falls es inzwischen noch nicht bemerkt wurde, wir sind schlicht und einfach faule Langschläfer. Technisch gesehen sind wir ja auch noch Teenager, wir dürfen das. Die Rechnung war saftig, aber wen wundert es? Mich nicht (hehe).

Blick auf Manang

Ab Manang (3540m)führt ein reiner Wanderweg weiter nach oben. Nichts ist mit Piste und Jeep. Das macht das Wandern um einiges schöner. Der Bonus wird aber gleich wieder durch den Malus „Höhe“ ausgeglichen. Auch wenn wir vorher schon höher waren als Manang liegt, hatte ich das Gefühl Manang ist der magische Punkt ab dem die Höhe wirklich anfängt einem zu Schaffen zu machen. Man (in dem Fall konkret eher ich) kommt nur langsam voran und die kleinste Steigung fühlt sich so unüberwindbar an, wie der Everest.

Wenn ich irgendwelche Dokus über Bergsteiger gesehen habe, dann habe ich mich immer gewundert, warum die denn gar so langsam gehen. Natürlich war mir klar, dass da oben die Luft dünn und die ganze Sache anstrengend ist und so. Wie beschissen und wie krass der Einfluss der dünneren Luft ist, wurde mir erst jetzt klar. Ich hab mich tatsächlich gefühlt wie die sich abmühende Seekuh, die ich ja meinem Namen nach bin, nur dass irgend ein Arsch mich im Himalaya ausgesetzt hat…

So viel zu den Gedanken, die mir in Dauerschleife immer wieder durch den Kopf gegangen sind.

Gunsang

Aber langsam und stetig kommt man auch voran. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Und genauso mühsam kommt man auch bis Gunsang (3920m). Das ist der perfekte Ort für eine Teepause. Auf einer der vielen Dachterrassen kann man sich niederlassen und die traumhafte Aussicht in die eine Richtung genießen und in der anderen Richtung den Pferdegespannen zuschauen, wie sie die Vorräte über den Wanderpfad in die höhergelegenen Dörfer bringen. Noch viel beeindruckender sind jedoch die nepalesischen Träger, die mit ausladenden Schritten den Pfad, fast schon nach oben rennen, während man selber noch im Kopf hat, wie man sich die letzten zwei Stunden abgemüht hat.

Nach einer ausgiebigen Teepause in der strahlenden Sonne sieht dann alles gleich viel besser aus, vor allem, wenn man schon die Hälfte des Weges hinter sich gebracht hat, genauso wie den Großteil der zu bezwingenden Höhenmeter. Denn, abgesehen von kleineren Auf und Abs und einem kurzen Anstieg vor Yak Kharka, verläuft die zweite Hälfte des Weges fast eben.

Ganz so easy war es dann leider doch nicht, denn der schmelzende Schnee auf dem schmalen, festgetrampelten Pfad, verwandelte das letze Stück in eine reine Rutschpartie. Und wo kein Schnee lag, da versinkt man regelrecht im Schlamm.

Aber man findet ja schließlich immer was zum Jammern. Wirklich dramatisch war es im Endeffekt doch nicht. Es war sogar eine richtige Wohltat schon zum Mittagessen sein Ziel zu erreichen.

Wir ließen und im Gangapurna View Hotel, ganz am Anfang von Yak Kharka (4020m) nieder. Hauptsächlich aus dem Grund, dass dort alle Leute saßen, die wir schon vom Weg oder aus Manang kannten, aber das machte die Entscheidung nur besser. Auf der linken Straßenseite waren die Zimmer mit den Betten, auf der rechten Seite das Restaurant mit einer Trinkwasserstation und auf dem Innenhof in der Mitte saßen wir in der Sonne, verschlangen unser Mittagessen und unterhielten uns mit allen durcheinander. Diese zwei Stunden gehören zu meinen schönsten Erinnerungen von dieser Reise.

Als es abends abkühlte, verlagerten alle nach drinnen zum Ofen, die Jungs ließen sich neue Kartenspiele erklären und ich genoss die Atmosphäre in dem gerammelt vollen Raum mit einem Buch.

Die einzige Sorge die wir hatten, waren Nils Kopfschmerzen, die im Laufe des Tages aufgetaucht waren. Aus Sorge (Kopfschmerzen gehören zu den ersten Symptomen der Höhenkrankheit) beschlossen wir morgen probehalber pünktlich aufzustehen, aber falls die Schmerzen nicht weg sein sollten, noch eine Nacht zu bleiben. Genau für solche Fälle hatten wir ja extra zwei Puffertage eingeplant.

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