5 Dinge die ich gerne vorher gewusst hätte – oder doch nicht?

1. Dass es sooooo kalt wird.

Ja, zugegeben, das war ein bisschen naiv von mir. Natürlich hätte man, mit der richtigen Recherche, problemlos rausfinden können, welche bitterkalten Temperaturen im oberen Teil des Annapurna-Circuit-Trecks herrschen. Aber irgendwie hatte ich da wohl wichtigeres zu tun…

Ich hatte zwar damit gerechnet, dass es nicht gerade warm wird und dass wir eventuell an Schnee vorbeikommen, aber auf -25°C war ich wirklich nicht vorbereitet. Versteht mich nicht falsch, Ausrüstungstechnisch war ich super ausgestattet. Wärmer hätte ich mich nicht einpacken können, aber mental war ich einfach nicht auf sowas eingestellt. Warum das so schlimm ist? Ganz einfach: Ich bin ein Sommermensch. Ich hasse den Winter. Nein, korrigiere, den Winter finde ich ganz ok, solange ich vor dem Ofenfeuer sitzen und Tee trinken kann und mir, vor allen Dingen, nicht kalt ist. Also müsste es besser heißen: Ich hasse die Kälte. Ich bin ein Mensch, den es sehr leicht friert und ich hatte eigentlich gehofft, der deutschen Frühjahreskälte entkommen zu können. Das hat genau für eine Woche geklappt, nämlich die, die wir in Kathmandu verbrachten.

Und ja, um ehrlich zu sein mietze ich nur ein bisschen rum, aber das war einfach etwas, was ich gerne von Vornherein gewusst hätte.

2. Zwischen Dharapani und Jomsom kommt Zelten nicht in Frage

Dieser Punkt geht einher mit dem Vorherigen. Kältebedingt lässt es sich im Frühjahr auf dieser Höhe einfach nicht campen. Das ist an sich nicht tragisch, denn es gibt mehr als genügen schöne Teehouses, in denen es sich billig und einigermaßen bequem schlafen lässt. (Auf jeden Fall bequemer als im Zelt!)

Trotzdem hätte ich das schon ganz gerne vorher gewusst, denn Nils hatte sein Zelt vergessen und wir haben, noch frohen Mutes, in Kathmandu eines für ihn gekauft, natürlich total umsonst. In Chame hat er es wieder verschenkt. Das restliche Campingequipment, das wir dabei hatten, wollten wir aber unbedingt wieder mit nach Hause nehmen, also musste es in mühevoller Arbeit über den Pass getragen werden.

An sich auch nicht tragisch, wenn wir, wie geplant noch einige Wochen weitergewandert wären, nachdem Nils in Jomsom seinen Flieger heimwärts genommen hätte. Denn nach Jomsom waren die Witterungsbedingungen akzeptabel zum Campen. Das Schicksal hatte aber einen anderen Plan und so endete unsere Reise in Muktinath, eine Tagesetappe vor Jomsom, ohne dass wir das Zelt einmal aufgebaut hatten.

3. Wie wunderschön der Weg zwischen Besi Sahar und Dharapani ist

Unser Reiseführer, von Lonely Planet, empfahl uns das erste Stück des Annapurna-Circuit-Trecks auszulassen, da die Wanderwege hier nur auf staubigen Straßen verliefen. Leider vergaß Lonely Planet zu erwähnen, dass das bis Manang der Fall ist.

Viele andere Trekker berichteten uns, dass der erste Teil der Strecke sogar mit Abstand der schönste sei. Die Temperaturen sind noch tropisch sommerlich (was es uns ermöglicht hätte zu Zelten), es gibt mehr Möglichkeiten auf kleine Pfade auszuweichen und so die Staubpiste zu meiden, als später Richtung Manang, es ist nicht so überlaufen und man hat einige ruhige Etappen um sich in Ruhe einzulaufen.

Nächstes Mal dann eben…

4. Mad Honey

Von Mad Honey hörten wir zum ersten Mal in Manang. Ein halluzinogener Honig, der in spektakulären Kletteraktionen mit selbstgebauten Strickleitern geborgen wird. Dieses einmalige Spektakel wollten wir uns nicht entgehen lassen und irgendwie waren wir auch neugierig auf die Wirkung. Ganz sicher, ob wir das wirklich ausprobieren sollten, waren wir noch nicht, denn die Wirkungen können reichen von absolut gar nicht, bis hin zu 48h Halluzinationen, Erbrechen, etc.

Es blieb ja noch Zeit uns das zu überlegen. Erst wollten wir den Pass überqueren und, zusammen mit Nils noch bis nach Jomsom laufen. Danach wollten wir eigentlich alle unsere geschmiedeten Pläne über den Haufen werfen und uns auf die Suche nach diesem Honig machen.

Leider wurde daraus natürlich auch nichts. Hallo Corona. Tschüss Nepal.

Hätten wir vorher von der Existenz des Honigs gewusst, dann hätten wir vielleicht anders geplant. Hätte, Hätte, Fahrradkette…

Dann eben auch nächstes Mal.

5. Meide die Rohkost

Eigentlich sollte das logisch sein. Entweder gekocht, gebraten oder zumindest geschält. Eigentlich sollte man aber in jedem Fall die Rohkost meiden. Man weiß nie, mit welchen Wasser das Gemüse oder Obst gewaschen wurde.

Wie gesagt, sollte logisch sein. Trotzdem aß Tom das, von mir bewusst übriggelassene Gemüse, und musste dafür teuer bezahlen. Deshalb ist es besser, auch wenn es einem unhöflich erscheint, lieber übrig zu lassen, wobei man sich nicht sicher ist.

So, eigentlich wollte ich hier mindestens 10 Punkte aufführen, die ich gerne vor unserem Reiseantritt nach Nepal gewusst hätte.

Es stellt sich aber heraus: So viel gibt es da gar nicht.

Wie Nils ganz richtig gesagt hat: Neue Dinge zu erfahren und dazu zu Lernen ist ja ein entscheidender Bestandteil des Reisens an sich. Würde man alles schon vorher wissen, dann wäre es ja witzlos. Dann müsste man eigentlich gar nicht losfahren.

Und, um ehrlich zu sein, war es auch kein Drama, dass wir uns der oben genannten Dinge nicht bewusst waren. Im Gegenteil: Manchmal ist es auch gut unvorbereitet an Dinge heran zu gehen. Ich wurde in Nepal viel ausgelacht, weil ich „ganz typisch Deutsch“ einen Plan erstellt habe, an welchem Tag wir welche Etappe machen. Derweil kann es auch durchaus schön sein, sich vom Leben überraschen zu lassen und so seine Lektionen zu lernen. Damit meine ich nicht planlos durchs Leben zu irren. Ich rede davon, jeden Tag so zu nehmen wie er kommt und dann das Beste draus zu machen.

PS: Sonnencreme auch benutzen, wenn es kalt ist. Den Jungs war das klar (woher auch immer), ich musste meine Lektion erst bitter lernen.

Gefällt Dir dieser Beitrag?

Für die Erstellung dieses Beitrags wurden Unmengen an Keksen konsumiert. Fülle meinen Keksvorrat wieder auf, damit ich noch ganz viel weiterschreiben kann!

€1,00

Oder unterstütze mich hier: Become a Patron!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: