Annapurna-Circuit-Treck Tag 4 und 5

Akklimatisierung in Manang.

Wir blieben drei Nächte, bzw. zwei volle Tage in Manang. Das ist nötig um den Köper an die große Höhe zu gewöhnen. So kann man das Risiko an der Höhenkrankheit zu „erkranken“ minimieren. Unser Lonely Planet Travelguide hat einen Tag vorgesehen, sprich zwei Nächte, die Himalayan Rescue Association empfiehlt jedoch mindestens drei Nächte. In und um Manang gibt es auch genügend zu sehen um mehrere Tage mit Aktivitäten zu füllen, wenn man nicht (wie ich) ziemlich froh über etwas Ruhezeit ist.

Wenn man mehrere Tage extra zur Verfügung hat, dann würde ich unbedingt einen Abstecher zum Tilicho-See empfehlen. Der soll da oben das aller schönste sein, was man so sehen kann. Zumindest haben mehrere Guides die wir so getroffen haben das felsenfest behauptet, und wenn es jemand weiß, dann die! Leider hatten wir den Tilicho-See nicht eingeplant, wir hatten ja bis vor kurzem nicht mal davon gewusst. Später wurde uns aber erzählt, dass der Weg zum See aufgrund des vielen Schnees im März nicht zugänglich und somit gesperrt war.

Von Manang aus gibt es aber auch einige Tagestouren:

Eine große Tour sind die 1200 Höhenmeter bis zum Ice Lake. Uns (vor allem mir) war das irgendwie zu viel (ich hatte gehofft, wenn ich meinen Fuß an der Luft lasse und nicht belaste, dass er dann vielleicht abheilt … naja immerhin fast…). Aber diejenigen, die oben waren konnten nur Schwärmen. Der Weg ist anstrengend, natürlich, aber die Aussicht ist ein einziger Traum. Und die Anstrengung ist nicht um sonst! Im Gegenteil, sie unterstützt und beschleunigt die Akklimatisierung. Nur leider war der See zugefroren und, was auch sonst, zugeschneit.

Für Leute wie uns, die es gerne gemütlicher haben, gibt es auch kleinere Ausflüge, wie zu den Milarepa’s Caves. Kurz hinter Bhraga (3480m) führt ein Pfad zu den Höhlen. Die Jungs waren da, leider waren die Eingänge jedoch von einer Lawine zugeschüttet, bzw. mehreren. Irgendwie habe ich das Gefühl wir waren zur falschen Jahreszeit da…

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In Manang selbst gibt es alles, was das Wanderherz nach mehreren Tagen Trekking begehrt. Auf dem Hauptweg bieten viele Läden Trekkingequipment an. Egal ob Steigeisen (wir haben keine gekauft und trotz Schnee und Eis auch keine gebraucht. Notfalls kann man immer Socken über die Schuhe ziehen, dann rutscht man auch auf Eis nicht mehr aus), Wollsocken, Mützen, Handschuhe, Proteinriegel, Taschentücher, Seife oder sogar Schmuck. Hier findet man wirklich alles. Im Ort gibt es sogar ein Kino, das einmal täglich einen Film nach Wunsch spielt. Man kann seine Wäsche waschen lassen, bis 18:00 Uhr am selben Abend und für ca. 700 NPR pro kg. Es gibt sogar ein richtiges Krankenhaus in dem man seine Pflaster oder Wundauflagen aufstocken kann, Notfälle und entzündete Blasen können behandelt werden und einmal Täglich um 15:00 Uhr gibt es einen kostenlosen Vortrag über die Höhenkrankheit auf Englisch.

Manang

Man kann es aber auch so machen wie ich und zwei Tage lang (mit kleineren und größeren Unterbrechungen) im Essensraum auf der Couch sitzen, sich Tagsüber die Sonne durch die Scheiben auf den Rücken scheinen lassen, eine echte Wohltat nach der nächtlichen Kälte, und abends die Wärme des Feuers genießen. Dabei wird einem auch nicht langweilig, denn das Essen ist so gut, dass es nicht von dieser Welt kommen kann und die Leckereien aus der Bäckerei im Erdgeschoss sind geradezu göttlich. Kurz gesagt: Ich habe mich gefühlt wie im Paradies.

Wären da nicht die Sorgen um das Corona Virus und unsere eventuell bevorstehende Heimreise.

Unsere Eltern hatten sich über Nacht informiert, miteinander Telefoniert und sich ein wenig abgesprochen. Witzigerweise bekamen wir drei ziemlich unterschiedliche Nachrichten. Nils Elter wollten, dass er, am liebsten sofort, in einen Jeep steigt und zurück nach Kathmandu fährt (Manang ist die letzte Station von der aus das möglich ist). Toms und meine Eltern sagten so ziemlich das gleiche, nur auf unterschiedliche Art und Weise. Im Grunde sollten wir versuchen weiter zu Wandern, so weit wie es geht, sie bekommen uns dann schon irgendwie nach Hause und wenn es ein par Wochen länger dauert als geplant, dann bleiben wir halt noch ein paar Wochen länger in Nepal.

Betrachtet man den Context, dann sind die verschiedenen Reaktionen nur verständlich. Nils würde mit der verfrühten Heimfahrt nicht viel verlieren, nur eine Woche seines Urlaubs, wäre aber dafür zumindest mal in Kathmandu von wo aus er schnell ins „sichere“ Deutschland, bzw. in dem Land mit dem besseren Gesundheitssystem gelangen kann. Tom un dich hatten noch sechs Wochen vor uns und damit den Großteil der Reise, für deren Verwirklichung wir ein ganzen Jahr geopfert hatten.

Eine schwierige Entscheidung.

Wir trugen alle Informationen zusammen und versuchten die Lage hier vor Ort am 18.03.2020 in Nepal zu bewerten: Die Nepalesische Regierung gab zwar keine Trekking-Permits mehr aus und ließ niemanden in die Nationalparks, aber wir waren ja schon drin. Hier oben, so weit abgeschieden, waren wir definitiv sicherer als in Kathmandu, denn die Trekker die hier hoch kamen waren definitiv gesund und zu der nepalesischen Bevölkerung hatten wir keinen engen Kontakt. Auch die Versorgung war weitestgehend sichergestellt, denn hier oben wurden Vorräte gehortet für noch zwei weitere Monate intensiven Tourismus, der definitiv ausbleiben würde. Auch die Menschen waren entspannt denn in Nepal gab es ja „keinen Virus“. Natürlich war uns klar, dass das ein Trugbild war, da kaum getestet wird, aber die allgemeine Stimmung war gut und die Reisefreiheit weiterhin gegeben.

Unter diesen Voraussetzungen entschieden wir einstimmig nach Plan weiter zu Wandern bis Jomsom, von wo aus Nils in knapp einer Woche nach Hause fliegen sollte. Dort wollten wir die Lage nochmals neu bewerten, denn hier war es eh nicht möglich auf dem Laufenden zu bleiben. Die Situation änderte sich gefühlt alle fünf Minuten und das Internet reichte gerade so für ein paar Nachrichten und das auch nur Vormittags, mit viel Glück und, vor allem Geduld. Erst in Muktinath, nach dem Pass, sollte der Empfang wieder da sein.

Interessanterweise hatten nicht nur wir uns über Nacht beruhigt, sondern auch die meisten anderen hatten sich für eine entspannte Sichtweise entschieden und sich dazu entschlossen weiter zu Wandern. Nur sehr wenige nahmen einen Jeep zurück nach Besi Sahar und Kathmandu, zumindest in den zwei Tagen, die wir dort waren. Später, als sich die Situation zuspitze, wurden es natürlich mehr.

Allgemein habe ich die Zeit in Manang sehr genossen, das bisschen Ruhe, Stillstand und Schlemmen nach den letzten anstrengenden Tagen. Auch die Hektik und die Diskussionen mit den anderen Trekkern über die komische Situation in der wir uns befanden habe ich insgeheim ein bisschen ausgekostet, trotz der objektiv schwierigen Lage, evtl. auch ein wenig zelebriert. Aber vor allen anderen Dingen habe ich das Schlemmen und Essen genossen. Nachdem wir unsere Entscheidung gefällt hatten, war auch ein wenig der Druck und die Belastung weg. Immerhin konnten wir noch ein paar Tage weiter Wandern und das verschaffte mir Luft. Man muss in kleinen Schritten denken.

Das aller beste von allen war jedoch, dass meine Sonnenbrille wiederaufgetaucht ist! Wirklich! Ich hätte nicht mehr damit gerechnet! Eine Gruppe von Trekkern, die wir am Vortag auf der Suche nach der Brille wiedergetroffen hatten (man kennt sich immer von irgendwoher auf dem Weg), sind morgens vor dem Loslaufen extra nochmal in den ACAP-Checkpoint gegangen um nachzusehen und siehe da, meine Brille war wieder da. Jemand hatte sie eingepackt und erst im Hotel bemerkt, dass es nicht seine war. Netterweise hat derjenige sie zurück gebrach.

Beim Frühstück haben wir die Gruppe dann durch Manang laufen sehen und ich bin runter gelaufen, mehr um Hallo zu sagen und mit einer eher vagen Hoffnung, aber sie hatten meine Brille tatsächlich! An dieser Stelle nochmal Danke! (Auch, wenn das „Dankeschöön“ wahrscheinlich nie ankommen wird.)

Ein letzter Tipp noch: In den meisten Shops gibt es Yak-Käse und Yak-Salami zu kaufen. Dazu ein Weißbrot aus der Bäckerei und, für die die mögen, ein Bier und die Brotzeit ist perfekt.

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Annapurna-Circuit-Treck Tag 3

In 37 717 Schritten von Upper Pisang nach Manang.

Heute wussten wir schon, dass es heftig wird. Unsere größte Tagesetappe bis jetzt. Deshalb sind wir nochmal früher aufgestanden, weil (aus einem mir unerfindlichen Grund) ich ewig brauche, bis ich abmarschbereit bin.

Nach Manang gibt es zwei verschiedene Wege. Will man die etwas entschärfte Version, kann man nach Lower Pisang absteigen und über Humde die Straße nehmen. Dieser Weg ist einige Kilometer kürzer und verläuft größtenteils im Flusstal, beinhaltet also keine so gravierenden Steigungen wie der Wanderweg. In Mungii treffen beide Wege wieder aufeinander und führen gemeinsam nach Manang.

Für uns kam natürlich nuuuur der Wanderweg in Frage…

Die ersten paar Kilometer nach Upper Pisang (3300m) ziehen sich auf einem schönen Weg ziemlich eben dahin. „Kurz“ vor Ghyaru (3700m) wird es dann ganz plötzlich richtig steil. Und ich setzte „kurz“ bewusst in Anführungszeichen, denn was auf der Karte als ein kurzer Wegabschnitt zu sehen ist, nimmt durchaus seine Zeit in Anspruch. In kurzen Serpentinen geht es steil nach oben und man gelangt auf kürzestem Weg von 3300m bis auf ganze 3700m.

Kurz bevor man Ghyaru (3700m) erreicht, gibt es ein kleines Teehouse, nicht mehr als eine Hütte, aber die Aussicht von der kleinen Terrasse ist atemberaubend und eine Tasse Schwarztee und eine Apfeltasche gibt neue Kraft für das letzte kleine Stückchen nach Ghyaru.

In Ghyaru angekommen ist die Aussicht einfach traumhaft (wie eigentlich fast überall hier). Aber auch der Ort hat seinen ganz eigenen Charme. Trotzdem bietet sich zum Mittagessen eher Ngawal (3660m) an, denn erst hier ist die Hälfte der Laufstrecke geschafft. Trotzdem darf man den Weg zwischen Ghyaru und Ngawal nicht unterschätzen: Der Pfad schlängelt sich an den Bergkämmen entlang, geht dabei aber immer wieder bergauf und bergab, so dass man für diesen Streckenabschnitt durchaus zwei Stunden einplanen kann.

Uns hat vor allem der Schneematsch das Leben schwer gemacht und den Jungs nasse Füße beschert. Die Aussicht und das traumhafte Wetter (wenn auch Schuld an dem Matsch) machen die Anstrengung aber eindeutig wieder wett. Zumindest ist das meine Meinung, aber ich hatte ja auch keine nassen Füße ^^.

Nach Ngawal (3660m) führte der Wanderpfad wieder auf die Straße und steil bergab bis Mungii (3460m). Einerseits eine Erleichterung, da sich damit das Schneematschproblem erledigt hatte, dafür aber ein ganz schöner Hatsch. (Übrigens ein neues Wort das ich in dem Zusammenhang gelernt hab. Hatsch bedeutet, dass sich der Weg lange hinzieht und gefühlt eine Ewigkeit dauert. Trifft in dem Fall 100%ig zu.)

Auch in dem Abschnitt zwischen Mungii (3460m) und Bhraga (3480m) ändert sich diese Situation nicht. Dafür verläuft die Straße entlang des Flusses und nahezu eben. Man kann also zügig laufen und kommt schnell voran.

Trinkpause in Mungii

Relativ am Ende von Bhraga gibt es auf der linken Seite einen weitere ACAP-Checkpoint and dem man sein Permit vorzeigen muss.

Und hier beginnt das Desaster…

Wir trafen auf andere Wanderer, die uns erzählten, sie haben vor kurzem auch Deutsche getroffen und von ihnen erfahren, dass wegen des Coronavirus innerhalb der nächsten Woche alle Grenzen und Flughäfen geschlossen werden und alle deutschen Staatsbürger sich nach Hause begeben sollen. Eine ziemlich ungenaue aber schockierende Information. Aber ohne Internetempfang, oder einfach irgendeinen Empfang, ist man hier oben ziemlich abgeschnitten von der Welt. Daher läuft jede Informationsweitergabe ungefähr so ab: Irgendjemand hat von Irgendjemandem gehört, dass … Und der hat es womöglich ebenfalls von jemand anderem gehört. Und so weiter…

Also liefen wir weiter, versunken in Gedanken und Diskussionen, was wir tun, wenn das wirklich stimmt. Bleiben wir einfach im Himalaya und haben von der ganzen Sache nichts gehört? Setzen wir uns in Manang in einen Jeep und fahren zurück nach Kathmandu? Wie sähe der Mittelweg aus? Irgendwo, kurz vor Manang fiel mir dann auf, dass meine Sonnenbrille weg war. Ich hatte sie im ACAP-Checkpoint liegen lassen, abgelenkt durch die Neuigkeiten. Also ließen wir unsere Rucksäcke zusammen mit Nils zurück und liefen ZURÜCK (nach über 20km Wanderung eine ganz schöne Überwindung), nur um sie nicht mehr vorzufinden.

Das brachte das Fass zum überlaufen. Meine teure und nagelneue Sonnenbrille (mit Stärke) war weg, ich war todmüde und WIR ZOGEN ERNSTHAFT IN BETRACHT UNSERE REISE ABZUBRECHEN! Ach ja, UND wir liefen über zwei Kilometer extra, und das auch noch umsonst…

Nach einigem hin und her in Manang, irgendwie war uns allen die Entscheidungsfreudigkeit abhandengekommen, kamen wir im Tilicho Hotel unter. Im Nachhinein wohl die beste Wahl die wir treffen konnten, denn was man so hört, ist es das beste Hotel in Manang.

Zum Abendessen gab es Yak Burger mit Yak Käse, alles made in Manang (göttlich!) und ein 35€-Telefonat mit den Eltern. Internet war nicht vorhanden, also sollten die sich informieren, absprechen und uns dann ihre Einschätzung der Lage in einer SMS mitteilen. Währenddessen verbreitete sich im ganzen Essensraum Unruhe und eine seltsame Stimmung. Jeder erzählte jedem was er wusste oder irgendwo gehört hatte, an mehreren Tischen wurde mit der Heimat telefoniert (unsere Kanadischen Freunde zahlten über 200$) und überall stand die Heimreise wegen des Virus im Raum.

Fast niemand wollte heute Abend eine Entscheidung treffen, dazu waren alle zu aufgewühlt. Was macht man in so einer Situation? Ganz klar! Man verschiebt eine Entscheidung auf den nächsten Tag. Ganz nach dem Motto: eine Nacht drüber schlafen und morgen früh sieht alles besser aus.

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Annapurna-Circuit-Treck Tag 2

In 26 761 Schritten von Chame nach Upper Pisang.

In Chame ist die letzte Möglichkeit Geld abzuheben. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: diverse Shops bieten diese Möglichkeit gegen eine 10% Charge. Es gibt aber auch einen ATM. Da kann man jedoch nur 10 000 NPR auf einmal abheben und es kann auch sein, dass einfach kein Geld mehr da ist. Zum Glück konnten wir noch welches abheben. Akzeptiert wird aber nur Visa-Card.

Chame

Diesen Morgen machten wir nicht dem gleichen Fehler wie am Vortag und standen früher auf. Auch wenn ich, bei den, im Zimmer herrschenden, knapp 0°C lieber im Schlafsack liegen geblieben wäre. Auf meine Ferse kam jede Menge Jodsalbe, eine nicht klebende Wundauflage und dann wurde der ganze Fuß mit Tape zugeklebt. Diese Konstruktion hält ziemlich gut und ermöglichte mir die ganzen nächsten Tage das Vorankommen. Sieht übel aus aber Laufen konnte ich damit erstaunlich gut. Gestärkt haben wir uns mit reichlich Porridge und einer großen Kanne Schwarztee gegen die Kälte, bevor wir uns nach draußen wagen konnten.

Nachdem wir eingesehen hatten, dass es bei der Kälte wohl doch nichts mit Zelten und selber Kochen wird (ja, eventuell gingen wir an die Wettersituation ein wenig blauäugig heran), gaben wir alles entbehrliche weg. Mit leichterem Rucksack und auf dem relativ Ebenen Weg kamen wir recht schnell voran. Die Sonne schien, die Natur war schön und die Stimmung gut. Auf der Schotterstraße durch den Wald fühlte es sich kurze Zeit an wie zu Hause und es roch auch so.

Etwa auf halbem Weg erreicht man eine Apfel-Farm: Bratang (2900m). In einem erstaunlich modern aussehenden Café kann man super Mittagessen und die Sonne genießen, die durch die riesigen Glasscheiben fällt. Eigentlich kann man alles mit Apfel empfehlen, aber vor allem der Apfelpfannkuchen schmeckt, als wäre er nicht von dieser Welt. Nur die Modernität des Gebäudekomplexes ist irritierend. Irgendwie passt es nicht so richtig hier hin. Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich die Abwechslung erfrischend oder unpassend finden soll. Aber am Ende bleibt eh nur die Erinnerung an die warme Tasse Tee in den Händen, die Sonne, die durch die Scheibe auf den Rücken scheint, die müden Beine und der Gedanke an die zweite Hälfte der Strecke, bei dem ich es kaum erwarten kann weiter zu laufen und mich gleichzeitig einfach unter dem Tisch verstecken möchte, aus Angst vor der Anstrengung die noch auf mich zukommt. Aber verstecken hätte eh nichts gebracht, die Jungs hätten mich so oder so gefunden.

Nach Bratang (2900m) ist es nochmal ein ganz schönes Stückchen bis zum nächsten Ort Dhikur Pokhari (3200m) aber es ist vor allem auch ein schönes Stückchen. Kurz nach Bratang (2900m) führt die Straße an einem Steilhang entlang. Tatsächlich ist die Straße sogar aus dem Hang gesprengt worden. Unten im Fluss, der senkrecht unter der Straße verläuft entdeckten wir einen Jeep, eher ein Jeep-Wrack. Der Gedanke daran, wie der Jeep wohl dort unten gelandet ist und die Tatsache, dass die Nepali lieber hinten auf dem Pickup mitfahren, als in der Kabine, um im Notfall abspringen zu können, belegte unsere Jeepfahrt nach Dharapani mit einem ganz neuen Gefühl.

Aber auch die Lawinen, egal ob Geröll oder Schnee, die überall um uns herum mit einem riesigem Getose abgingen verstärkten das mulmig-aufgeregte Gefühl. Durch die strahlende Sonne schmolz der Schnee, von überall her kam das Wasser. Es regnete von den Felswänden und rann in ganzen Bächen die Straße nach unten. Der Schlamm machte uns das Vorankommen natürlich nicht leichter. Am Abhang, direkt neben der Straße konnte man die Abbruchkanten der Minilawinen erkennen. Gleichzeitig der Atemberaubende Blick auf den Annapurna II und das Bergabentueuer war perfekt.

Blick auf den Annapurna II (wir haben lange diskutiert, aber das sollte er sein…)
Dhikur Pokhari

In Dhikur Pokhari (3200m) kann man sehr schön auf einer der vielen Dachterrassen eine Teepause einlegen, sich von der Sonne wärmen lassen und die atemberaubende Aussicht in aller Ruhe auf sich wirken lassen. Hier muss man auch entscheiden ob man nach Upper Pisang (3300m) oder lieber nach Lower Pisang (3200m) möchte, denn hier teilt sich der Weg. Die Straße führt weiter nach Lower Pisang, während am Ende von Dhikur Pokhari ein Wanderpfad (endlich!) nach rechts abzweigt und direkt nach Upper Pisang führt. Bis Upper Pisang ist es von hier aus noch knapp eine Stunde. Natürlich sind beide Orte auch miteinander verbunden aber nach den endlosen Kilometern schlammiger Straße, die wir hinter uns hatten, war der Wanderpfad eine willkommene und vor allem traumhaft wenig schlammige Abwechslung.

Dhikur Pokhari
Auf halbem Weg nach Upper Pisang

In Upper Pisang fangend wir gleich am Anfang des Ortes ein Hotel. Wenn ich mich richtig erinnere, dann hieß es „Hotel Royal Nyeshang“. Ein großes, zweistöckiges Gebäude aus Holz mit Zimmern, dazu mehrere kleine Holzcottages und ein großes Haus zum Essen mit Holzofen. Wir bekamen zwei Zimmer in dem großen Holzgebäude mit eigenem Bad und weil die Sonne den ganzen Nachmittag auf die Scheiben geschienen hatte war es wundervoll warm. Dazu noch der Luxus einer warmen Dusche und alles war perfekt.

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Annapurna-Circuit-Treck: Tag 1

In 30 335 Schritten von Dharapani nach Chame.

Vorne weg will ich nochmal sagen, dass ich (bzw. alle die wir getroffen haben) nur empfehlen kann/können von Besi Sahar zu starten. Das Wetter ist auf diesem Wegabschnitt noch richtig warm, die Dörfer schön, das Essen und Schlafen billig und die „Straße“ nicht viel befahren. Außerdem gibt es diverse Möglichkeiten der Straße auszuweichen und stattdessen auf einem Wanderpfad zu laufen (mehr als nach Dharapani). Zudem trifft man kaum auf andere Trekker. Ob das jetzt positiv oder negativ ist, das ist jedem selbst überlassen.

Dharapani

Leider mussten wir schmerzlich erfahren, dass die Tagesetappen im Lonely Planet Reiseführer ziemlich heftig sind. Ohne Rucksack sind das vielleicht angenehm anspruchsvolle Tagesetappen, mit schwerem Rucksack aber ganz schöne Hämmer. Außerdem entsprechen die Zeitangaben der reinen Laufzeit, diverse Essens- und Trinkpausen nicht eingerechnet.

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Man sollte also zeitig aufstehen und sich, mit dem Loslaufen, nicht Zeit lassen bis 10:00 Uhr (wie wir). Das war unser erster schwerwiegender Fehler an diesem Tag.

Diese (ungleublich hilfreichen un detailgetreuen) Schilder sind entlag des ganzen Annapurna Circuit zu finden.

Am Ende von Dharapani gibt es einen ACAP-Checkpoint. Hier muss man sein Permit vorzeigen (nicht die TIMS-Karte, sondern den Beleg für den Eintritt), eintragen bis wohin man am heutigen Tag laufen will und sich einem Gesundheitscheck unterziehen (zumindest zu Corona-Zeiten). Konkret heißt das, sich für eine Minute ein Fiberthermometer unter die Achsel zu stecken. Die Temperatur wird in eine Liste eingetragen und damit hat sich die ganze Sache erledigt.

Wanderpfad nach Odar

Die meiste Zeit führt der Wanderweg zwischen Dharapani und Chame auf der Straße entlang. Kurz nach Dharapani kann man auf einen Wanderpfad links der Straße Richtung Odar abbiegen. Der Weg ist zwar traumhaft, genau wie der Ort, will man aber noch bis Chame laufen, dann bereut man die, nicht gerade wenigen Extrahöhenmeter später schmerzlich. Ich spreche aus Erfahrung… Odar kann ich also nur den ganz harten empfehlen, oder denjenigen, die nicht mehr so weit zu ihrem Zielort haben.

Odar

Der Weg über Odar trifft bei Bagarchhap wieder auf die Straße, auf der er eigentlich die ganze restlichen Strecke nach Chame bleibt. Das tut aber der Aussicht keinen Abbruch.

Folgt man der Straße, so braucht man zwischen Dharapani und Bagarchhap ca. 45 min. Über Odar sind es jedoch knapp zwei Stunden, bedingt durch die Extrahöhenmeter.

Wasserfälle zwischen Danakyu und Timang

Nach Bagarchhap läuft der Weg einigermaßen angenehm so weiter bis nach Danakyu. Geht man zügig, dann ist dieser Abschnitt in etwa 30 min gut geschafft. In Danakyu würde ich dann nochmal Brotzeit machen, bzw. irgendwo einkehren, denn das nächste Stück bis Timang wird heftig. Man muss mit ca. zwei Stunden und 500 Höhenmetern rechnen. Dafür hat man atemberaubende Wasserfälle (sofern man auf der Straße bleibt), mit gefährlich aussehenden Autobrücken. Wahrscheinlich sehen sie nicht nur gefährlich aus. Erreicht man Timang dann hat man fast alle Höhenmeter des Tages geschafft.

Generell gilt: einfach essen, wenn man hungrig wird. Hätten wir in Danakyu noch gegessen, dann wäre der Weg bis nach Timang nur halb so hart gewesen. Gleichzeitig fiel der erste Schnee und es wurde ziemlich kalt, so dass die Stimmung endgültig im Keller war. Wir hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch gehofft, im Zelt schlafen zu können und die Kälte evtl. ein bisschen unterschätzt. Man könnte uns jetzt vorwerfen, dass wir ein bisschen blauäugig an die klimatischen Bedingungen heran gegangen sind, aber die Hoffnung war einfach da … zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als es anfing zu schneien und der Schnee, zu allem Überlfuss, auch noch liegen blieb.

So kamen wir total erschöpft, fraßgrantig, ein bisschen verfroren und frustriert in Timang an. Keine guten Voraussetzungen um noch die Hälfte der Strecke vor sich zu haben. Das Mittagessen (eigentlich Nachmittagsessen, es war nämlich schon 15:00 Uhr) vor einem warmen Feuer trug dann definitiv zur allgemeinen Stimmungsverbesserung bei. Satt und wieder aufgewärmt beschlossen wir, obwohl schon total am Ende, einfach weiter zu gehen um zu schauen wie weit wir kommen, es gab ja noch zwei große Orte vor Chame in denen man auch einkehren kann. Und vielleicht schaffen wir ja auch die drei Stunden bis Chame noch.

Überraschenderweise kamen wir recht schnell voran. Obwohl wir bis Timang gerade die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht hatten, hatten wir ja so gut wie alle Höhenmeter geschafft und der Weg zog sich nahezu eben dahin. Im letzten Ort vor Chame (Koto) gibt es noch einen ACAP-Checkpoint. Man riet uns einfach in Koto zu bleiben, aber wir konnten Chame schon sehen und waren damit nicht mehr aufzuhalten. Mein Gedanke war, wenn wir es heute bis Chame schaffen, dann schaffen wir alles! Von Koto aus brauchten wir noch ca. eine halbe Stunde bis nach Chame und schafften es sogar noch vor Einbruch der Dunkelheit.

Trotzdem war es inzwischen bitterkalt und der Ofen im Teehouse war unsere einzige Rettung. Fast überall gibt es warmes Wasser zum Duschen, man darf sich nur nicht zu schade sein zu Fragen. Wir blieben in einem Teehouse ganz am Anfang des Ortes auf der linken Seite. Leider habe ich den Namen vergessen. Es war mehrstöckig, blau und weiß gestrichen und hatte im Erdgeschoß eine gemütliche Sitzecke rund um den Ofen. Das Essen war einfach köstlich und heißer Tee genau das Richtige. Wir saßen den ganzen Abend um den warmen Ofen, trockneten unsere Kleidung und redeten mit den wenigen anderen Gästen. Darunter war ein Mann, der den ganzen Weg, den wir mit Mühe wandern, Joggt (!!!) und die zwei Kanadier Chris und Amélie, die wir von da an, an wirklich jedem Abend wiedertrafen.

Zwei schlechte Nachricht hatte der Tag aber noch:

Ich hatte mir am Morgen vorsichtshalber ein Blasenpflaster auf die Ferse geklebt, weil ich gemerkt hatte, dass es ein bisschen reibt. Das Blasenpflaster hatte es im Laufe des Tages komplett verschoben und durch den Kleber war meine ganze Ferse aufgerieben. Es war ein kleines Drama für sich, das Pflaster von den offenen Wunden zu reißen und ein zweites der Gedanke daran, wie ich morgen weiterlaufen soll und warum so etwas ausgerechnet am ersten Tag passiert.

Auch nicht gerade zu meiner Stimmung beitragend war die Kälte. Jetzt war klar warum der Reiseführer einen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von -10°C empfiehlt. Es ist wirklich so kalt in der Nacht! Egal ob drinnen oder draußen… Die Räume schützen allerhöchstens vor dem Wind. Aber immerhin weiß ich jetzt was ich an meinem sündhaft teuren Schlafsack habe und für den Fall der Fälle liegen überall warme Decken. Nur nachts auf die Toilette gehen ist grausam. Leider hatte ich am Abend jede Menge Tee getrunken…

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Höllenritt von Kathmandu nach Dharapani

Unsere Anreise in die Annapurna-Region.

Für die Anreise in die Annapurna-Region hatten wir uns einen ganzen Tag Zeit genommen. Der Plan war vom Shivapuri Nationalpark ein Taxi zum Gongabu Busbahnhof in Kathmandu zu nehmen. Von dort sollten, laut Reiseführer die Busse nach Besi Sahar fahren. Von Besi Sahar wollten wir ein Allradfahrzeug bis nach Dharapani nehmen, da unser Lonely Planet Reiseführer empfahl die ersten paar Tage des Annapurna Circuit Trecks zu überspringen, da der Weg auf der Straße nicht schön ist.

An dieser Stelle möchte ich noch was einfügen: Dass die ersten Tage nicht schön sind ist totaler Schwachsinn. Alle die wir getroffen haben, haben uns vorgeschwärmt wie schön die ersten paar Tage nach Besi Sahar waren. Im Nachhinein haben wir uns sehr geärgert, nicht von Besi Sahar gestartet zu sein. Also macht nicht den gleichen Fehler!

Zurück zur Anreise: Das mit der Taxifahrt hat noch ganz gut geklappt. Für 1000 NPR brachte der Fahrer uns drei samt Gepäck zum Gongabu-Busbahnhof in Kathmandu (was ein kleines Kunststück für sich war, da wir zu dritt schon kaum in das winzige Auto gepasst haben und dann kamen noch unsere Rucksäcke).

Unter einem „Busbahnhof“ darf man aber nicht zu viel erwarten. Der sogenannten Busbahnhof war einfach eine riesige Schotterfläche rechts und links der Straße, auf der, Reihe an Reihe, Busse und kleine Vans standen.
Sobald das Taxi auf eine der Schotterflächen abbog, wurden wir von allen Seiten bestürmt. Leute kamen auf das Auto zu gerannt, riefen irgendwelche unverständlichen Städtenamen und klopften an die Scheiben. Ich war mit der Situation total überfordert aber zum Glück hatten wir noch unseren Taxifahrer. Er fand sich in dem Durcheinander problemlos zurecht. Nach einigem rumgekurve und waghalsigen Wendemanövern auf der viel befahrenen Straße hatten wir endlich den richtigen Bus gefunden. Leider gab es keinen Touristenbus mehr, die fahren anscheinend alle um 7:30 Uhr ab und nicht, wie im Lonely Planet Reiseführer erwähnt um 7:00, 8:00 und um 10:00 Uhr. Zumindest wurde uns das so gesagt…

Also stiegen wir in den Mikrobus. Das Gepäck wurde auf dem Dach festgeschnallt. Ich kann nur empfehlen die Rucksäcke und Taschen in eine extra Reisehülle zu tun, denn am Ende des Tages war mein nagelneuer Rucksack schon an zwei Stellen durchgescheuert.

Die Fahrt war ein Abenteuer für sich. Bis wir endlich aus Kathmandu raus kamen, brauchten wir noch mehr als eine Stunde, weil immer wieder, bei langsamer Fahrt, die Tür aufgerissen wurde und versucht wurde, Leute davon zu überzeugen noch einzusteigen. Manchmal klappte das auch.

Als wir endlich aus Kathmandu raus kamen wurde es richtig unheimlich. Die Sitze waren hart, die Straße schlecht. Bei jedem Schlagloch flogen wir fast bis an die Decke. Ach ja, Gurte gibt es natürlich nicht. Nach Kathmandu kommt eine lange Passstraße. Hier sind nur LKWs und Busse unterwegs und das in einem Affenzahn, ohne Rücksicht auf Verluste. Und natürlich die Motorradfahrer, die sich gekonnt durch jede noch so kleine Lücke zwängen.

Wäre ich ein religiöser Mensch, hätte ich wahrscheinlich angefangen zu beten, so hatte ich einfach nur Angst um mein Leben. Meine Oma würde sagen alle fahren wie „gsengte Säue“ und da könnte sie Recht haben. Es wird überholt wo geht, manchmal fährt man sogar mehrere Minuten auf der falschen Straßenseite und wenn eine Kurve mal nicht so gut einzusehen ist, dann wird einfach Gehupt und weiter gefahren. Eingeschert wird natürlich erst im letzten Moment und das heißt wirklich nur Meter bevor man den entgegenkommenden LKW rammt.

Aber irgendwie, ich weiß nicht wie, gewöhnt man sich in der sechstündigen Fahrt dran. Tom ist sogar einmal eingeschlafen, bis er sich bei einem Schlagloch beinahe selber die Zunge abgebissen hätte. Ab dann hat er versucht wach zu bleiben.

Abgesehen von den tödlichen Straßenverhältnissen war die Fahrt gar nicht so schlimm. Relativ oft wurde angehalten, entweder an einer der „Raststätten“, am Gemüsehändler, um Leute aufzunehmen oder raus zulassen oder einfach nur damit der Fahrer rauchen konnte.

Irgendwann gegen Ende der Fahrt sammelte einer der Fahrer das Geld ein. Wir zahlten 600 NPR pro Kopf. Am Rande bekam ich mit, dass wir damit 100 NPR mehr zahlten als der Rest, aber der Preis wird zu Beginn der Fahrt ausgehandelt und 100 Rupien Touri-Aufschlag sind, finde ich, akzeptabel.

In Besi Sahar kann man einfach aussteigen und wenn man sich hilfesuchend umschaut kommt sofort jemand auf einen zu, um zu fragen wohin man will. Wieder wird das Gepäck auf das Dach geschnallt, nur dass es dieses Mal kein Minibus sondern ein Allradauto ist. Und dann wird gewartet, so lange bis das Auto voll ist. Manchmal auch übervoll. Wir saßen die ersten zwei Stunden kuschelig zu viert auf einer Rückbank die für drei schon eng ist. Ein akzeptabler Preis für die Fahrt nach Dharapani sind 1500 NPR pro Person.

Während man auf die Abfahrt wartet, kann man noch in einem der vielen Restaurants und Cafés was trinken oder essen. Auch würde ich dazu raten nochmal eine Toilette aufzusuchen, da auf der ca. vierstündigen Fahrt nur angehalten wird um Benzin nachzufüllen oder wenn vor einem ein Fahrzeug stecken geblieben ist.

Die Piste ist ein schaukelndes Abenteuer für sich. Man wird im Auto hin und her geworfen, in dem Fall war es gut, dass wir zu viert auf die Rückbank gequetscht waren, zumindest für mich. Ich saß nämlich gut gepolstert in der Mitte. Die Piste führt durch kleine Dörfer, vorbei an Brücken, heißen Quellen und Steilhängen. Vor allem als die Dämmerung kam und es gleichzeitig anfing zu Gewittern war das Abenteuer wirklich perfekt.

Wenn man nicht eh schon in Kathmandu Geld abgehoben hat, dann sollte man sich in Besi Sahar auch unbedingt einen ATM suchen und wirklich viel abheben. Denn auf dem ganzen Weg bis Jomsom gibt es sonst keine sichere Möglichkeit mehr Bargeld abzuheben. Einzig in Chame gibt es noch einen ATM. Hier kann man aber immer nur 10 000 NPR auf einmal abheben und wenn man Pech hat, dann ist der Automat leer. Alternativ kann man in Chame auch an einigen Geschäften Geld „abheben“. Man zahlt jedoch eine 10% Charge an das Geschäft und es wir nur Visa akzeptiert, sowohl am ATM, als auch in den Geschäften.

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Trekking im Kathmandu-Tal: In 28.189 Schritten auf den Shivapuri

Im Kathmandu-Tal gibt es so einige Möglichkeiten kleinere oder Größere Trekking-Touren zu unternehmen.

Eigentlich war eine viertägige Trekkingtour geplant, um uns für die Annapurna-Region vorzubereiten und zu trainieren. Leider wurde daraus nicht so viel. Nachdem wir alle der Reihe nach entweder Montezumas Rache auf uns zogen oder Fieber bekamen, musste der Plan geändert werden. Mit zwei Tagen Verspätung kamen wir endlich aus Kathmandu los.

Am Nationalparkeingang gab es dann die erste Ernüchterung. Unser Reiseführer hatte irgendwie vergessen zu erwähnen, dass jeder, der den Nationalpark betreten will einen Guide braucht. Also haben wir uns unserem Guide gemietet: Kedar Buandari, 25 Jahre alt, Vater eines zweijährigen Sohnes und in den nächsten zwei Tagen ein riesiger Segen für uns.

At this point one more time tank you to you, Kedar! Danayabad!

Wir bezahlten den Nationalparkeintritt (1000NPR pro Kopf) und Kedar (die Preise für die Guides varriieren, je nach Tour zwischen 1000 und 3000 NPR pro Kopf, wobei der Eintrittspreis inbegriffen ist) und besprachen unsere Wunschroute. Augenzwinkernd machte er uns klar dass wir im Nationalpark Zelten dürften, solange die Leute von der Regierung keinen Wind davon bekämen. Das Zelten im Nationalpark nämlich nicht mehr erlaubt ist, hatte der Reiseführer irgendwie auch vergessen zu Erwähnen.

Also marschierten wir los. Tom und der Guide strammen Schrittes voran, Nils hinterher und ich versuchte gar nicht erst mitzuhalten, denn ich hatte die Krankheit noch deutlich spürbar in den Beinen. Wie sich aber schon nach 45 min rausstellte, waren nicht meine Beine das Problem, sondern Nils Verdauung. Er hatte am Vortag irgendetwas schlechtes gegessen, dementsprechend nicht gefrühstückt und bei der Anstrengung erwischte ihn die Schwäche mit voller Wucht. Gar nix ging mehr.

Aber das alles war kein Problem für Kedar. Er holte seinen Roller, manövrierte damit Nils den Berg wieder runter, besorgte uns ein Hotelzimmer und wir verabredeten uns für den Morgen des nächsten Tages. Sollen doch die Jungs schwächeln, notfalls steige ich alleine auf den Shivapuri-Gipfel.

Zum Glück war das dann doch nicht nötig. Nils blieb im Hotel, aber Tom kam mit, auch wenn ich vorsichtshalber den Rucksack mit Wasser und Verpflegung trug (und um ehrlich zu sein auch zu Trainingszwecken).

Die Wanderung auf den Shivapuri-Peak ist nicht zu unterschätzen. Mit knapp 1250 Höhenmetern und den, im Reiseführer angegeben 7 Stunden (diese Angabe ist durchaus realistisch). Es gibt drei Wege nach oben:

  • Den Direkten (links auf der Karte): Das ist wohl der Schwerste. Ohne Unterbrechung führt eine Treppe, mit Recht hohen Stufen bis ganz nach oben.
  • Der Mittelweg (mittig auf der Karte): Dieser ist etwas länger als der direkte Weg, besteht aber auch zu 2/3 aus einer Treppe.
  • Der einfache Weg (rechts auf der Karte): Auch der einfache Weg ist nicht zu unterschätzen. Man muss immer noch die selben Höhenmeter nach oben. Hier gibt es nur fast keine Treppen, das machte es nicht so anstrengend. Dafür ist dieser Weg, mit ca. 18 km der längste.

Kedar wollte mit uns das bestmögliche Training für die Annapurna-Region machen und uns trotzdem alles zeigen. Also führte uns unser Weg die mittlere Route nach oben und den direkten Weg wieder nach unten. Und ich muss sagen, die Route hat es echt in sich!

Los ging es auf der großen Straße, die in den Nationalpark hineinführt, auf dem einfachen Weg. Nach ca. 2 km verließen wir die Straße und Bogen auf den Weg mit den Treppen ein. Ach, wie ich Treppen liebe… (Nämlich gar nicht!) Etwa ab der Hälfte des Aufstiegs stößt der Mittelweg wieder auf den einfachen. Von dort geht es gemischt weiter, mal Pfad, mal Treppen durch den dichten Wald.

Etwa 45 min vor den Gipfel kamen wir an eine Tempelanlage. In den Höhlen beteten Sadhus und ein Stück weiter konnten wir am Haus des Babas einen Tee trinken (100 NPR). Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat dieser Baba über 5 Jahre meditierend in den Höhlen verbracht, bevor er sich hierhin zurückzog. Kedar erzählte uns, dass die Guides am Wochenende gerne hier hoch laufen um sich von ihm bekochen zu lassen.

Kurz vor dem Gipfel führte uns Kedar noch zu einem recht versteckten Aussichtspunkt (Tinchuli). Atemberaubend!

Tinchuli
Tinchuli

Der Gipfel selbst ist eigentlich unspektakulär. Dafür ist der Fels, der kurz nach dem Gipfel kommt umso schöner. Man kann hochklettern und die Aussicht genießen. Als Brotzeitpalatz ist der Fels unschlagbar.

Den direkten Weg nach unten zu gehen ist eine ganz schöne Tortur für die Knie. Stöcke sind auf jeden Fall zu empfehlen und man sollte sich Zeit lassen. Leider wurde das mit dem Zeitlassen bei uns nichts, da wir den gesamten Weg von einer einsamen Kuh verfolgt wurden. Wir hatten immer die Hoffnung sie noch abschütteln zu können, dementsprechend taten meine Knie am nächsten Tag ganz schön weh. Aber die Kuh ließ sich durch nichts und niemanden davon abbringen uns zu folgen, nichtmal mit Leckerlis. Also nahmen wir die Kuh mit ins Tal und Kedar sorgte dafür, dass sie ein neues zu Hause bekam.

Aber nicht nur das, er sorgte auch dafür, dass uns am nächsten Morgen ein Taxi vom Hotel abholte und zum Busbahnhof in Kathmandu brachte. Alles hat reibungslos funktioniert, wir mussten nichtmal lange auf das Taxi warten.

Zurück zur Wanderung auf den Shivapuri-Peak: Die war einfach traumhaft. Der Wald war schön, die Wege märchenhaft, das Anstrengungslevel hoch und die Aussicht ein reiner Genuss. Auf dem Weg nach oben gibt es mehrere Möglichkeiten die Wasserflaschen aufzufüllen, auf unserem Weg nach unten dagegen keine bzw. erst ganz unten wieder. Brotzeit sollte man für einen ganzen Tag einpacken, eventuell kann aber auch der Baba für einen kochen. Kleidungstechnisch muss man auf wirklich alles vorbereitet sein. Unten am Einstieg war es warm, zwischenzeitlich hat es geregnet und für eine Viertelstunde fiel sogar Schnee vom Himmel. Mütze, Schal und eine warme Jacke sollten auf jeden Fall dabei sein.

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Zum Abschluss kann ich nur eines sagen: Nils, du hast echt was verpasst!

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Kathmandu

Den ersten Eindruck von Kathmandu bekommt man bereits vom Flugzeug aus, wenn man beim Landeanflug auf den Flughafen das erste Mal durch die Wolken bricht.

Zuerst kommen die weichen Hügel mit Reißfeldern, Wald und vereinzelten Häusern. Und ganz plötzlich, wie aus dem Nichts, sind es nicht mehr einzelne Häuser, sondern haufenweise. Und alle haben eine andere grelle Farbe. Aus dem Flugzeug wirkt es, als hätte ein riesiges Kind bunte Bauklötze über dem Tal ausgekippt.

Es sieht ganz fröhlich aus, lebendig und bunt. So völlig verschieden von den staubigen, grauen Gassen, in denen man sich später wiederfindet, dass man manchmal nicht glauben kann, das es die selbe Stadt war, die man von oben gesehen hat.

Auch im Flughafen ist noch alles in bester Ordnung. Alles ist sauber, geordnet und sortiert. Man findet sich zurecht.

Aber kaum tritt man vor die Tür trifft einen der Kulturschock. Taxifahrer bombardieren einen von allen Seiten mit, nach indischem Englisch klingenden Fragen. Gleichzeitig versucht man uns SIM-Karten zu verkaufen und zu bedeuten wo der Geldautomat ist. Denn ohne Bargeld geht fast nichts, so viel wissen wir inzwischen.

Im Taxi geht es nicht besser weiter (auch abgesehen davon, dass uns der Taxifahrer später übers Ohr hauen wird). Das Taxi ist winzig. Wir können uns kaum rein falten, Gurte gibt es nicht und der Verkehr ist beängstigend. Linksverkehr, natürlich. Und ein riesiges Durcheinander noch dazu. Massenhaft Motorräder drängeln sich zwischen den hupenden Autos durch und hupen ihrerseits. Generell wird viel Gehupt, aber eher um zu sagen „Heyho, hier bin ich und da will ich durch!“. Und wirklich JEDER will bemerkt werden. An den, von Polizisten mit Trillerpfeife organisierten, Kreuzungen steht man zum Teil mehr als 5 Minuten und hat so Zeit dem regen, staubigen Treiben zuzuschauen.

Aber nach dem, fast zweitägigen Flug, ist mir einfach alles zu viel. Diese Stadt überfordert mich. Sie ist zu voll, laut, staubig, hektisch und fremd.

Letzte Zuflucht: Hotelzimmer. Aber auch das ist eher karg. Zwei Betten, ein Tisch, zwei Stühle, ein Stroh-Regal und ein Bad, das mich nicht gerade anlacht (aber nachdem ich die  öffentlichen Toiletten Kathmandus kennen gelernt hab, war es doch toll). Aber es musste ja noch irgendwo Abendgegessen werden…

Nach den Essen sah das ganze schon viiiel besser aus. Und nach einer Nacht Schlaf hatte ich mich schon fast an die Stadt gewöhnt. Nach der anfänglichen Überforderung fing ich sogar an das hektische Treiben in den schmalen Gassen zu genießen, in denen sich Passanten, Händler, Motorräder und manchmal sogar Autos tümmeln.

Auch die Leute, die einen die ganze Zeit ansprechen empfand ich irgendwann nichtmehr als unangenehm. Man sagt auf „You want Taxi?“/ „Rikscha?“/ „You need guide for trekking?“/ „You want some Wheed/ Magic Mushroom?“ einfach „hoina!“ oder „No, thank you!“ und geht weiter.

Die Straßendealer sind eh die besten von allen. Bis jetzt haben uns nur Leute in Thamel angesprochen. Und genau genommen auch nicht uns, sondern nur meine zwei männlichen Begleiter. Sie stehen neben Rikschas einfach auf der Straße rum und kommt man vorbei, dann gehen sie strahlend auf einen zu. „Heyyyyy!! How are you? Where are you from?“ und mitten in dem Wulst aus belanglosen Fragen wird plötzlich ein Seitenblick nach rechts und Links geworfen. Dann kommt in verführerischer Flüsterstimme „You want some Wheed?“ Alternativ gibt es auch Magic Mushrooms oder ganz selten auch Kokain zu kaufen.

Aber nicht nur die Dealer haben es in sich, auch der Verkehr ist in gewisser Weise schon fast lustig. Egal wo man ist, es ist immer ein riesiges Durcheinander. Jeder versucht sich hupend seinen Weg zu bahnen. Ampeln gibt es kaum und wenn, dann gehen sie nicht. Steht man dann das erste Mal vor einer der gigantischen Kreuzungen und will die Straßenseite wechseln, dann setzt zu aller erst totale Überforderung ein. Wir standen geschlagene 5 Minuten vor dem Bordstein, ohne zu Wissen, was wir jetzt tun sollten. Irgendwann kam (Gott sei Dank) ein kundiger Nepali, der ohne zu Zögern einfach in den Verkehrsstrom hineinspazierte. Ich erwartete das Schlimmste aber erstaunlicherweise konnte er einfach unbehelligt über die Straße spazieren, während der Verkehr um ihn herum diffundierte.

Kurze Zeit standen wir noch da uns sammelten unseren Mut. Dann war es an uns auszuprobieren ob der Nepali nur Glück hatte oder ob es tatsächlich so läuft. Das erstaunlichste war: Es funktioniert tatsächlich. Und zwar immer und überall. Dieses unvorstellbare, laute und hektische Chaos funktioniert einfach. Ich weiß nicht wie oder warum aber es klappt und irgendwann hört man auch auf es zu hinterfragen.

Ich habe den größten Respekt vor den Motorradfahrern in Kathmandu. Neben der Tatsache, dass sie geschickt und schnell, auch durch die engsten Lücken manövrieren erreichen sie auch so ziemlich jeden Punkt und Kathmandu. Viele der Straßen sind für Autos nämlich gar nicht befahrbar. Ob zu eng, zu steil, zu holprig oder gleich eine ganze Offroadpiste innerorts, überall wo die Autos nicht hinkommen, tummeln sich umso mehr Motorräder. Nepalis sind wahre Motorradgenies.

Gerade weil es so viele enge Seitengassen gibt, in die nur Fußgänger oder Motorradfahrer kommen, sollte man diese auf keinen Fall meiden! In den Gässchen und Innenhöfen finden sich meistens die schönsten Märkte und die besten Restaurants.

Das einzige, an das ich mich noch nicht gewöhnt hab und auch nicht gewöhnen werde, ist der Staub und die Luftverschmutzung. Wenn man blöd genug ist um viel zu reden, dann spürt man bald Körnchen zwischen den Zähnen. Der Großteil der Menschen trägt Atemmasken und ich war die erste die sich auch so eine zugelegt hat. Vielleicht bin ich auch nur ein bisschen zimperlich, aber ich fand es schlimm, nicht frei Atmen zu können. Und da hat das Wasser, das viele vor ihren Läden verschüttet haben, um dem Staub entgegen zu wirken, nicht viel geholfen.

Allgemein ist Kathmandus viel belebter als jede europäische Stadt, die ich mir so vorstellen kann. Das Leben sprüht aus jeder Ecke. Ob in den vollen Läden, zwischen den wehenden, bunten Gebetsfahnen oder in den Kunstwerken, die die Strommasten im Grunde sind. Hier kann man immer und immer wieder die gleichen Wege gehen und sieht trotzdem jedes Mal etwas neues. Und insgeheim kann man, unter dem Unbehagen und der Hektik, nicht anders, als die Stadt zu lieben, die alles zugleich zu sein scheint.

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Nepali Street Food

In Kathmandu wird, vor allem gegen Nachmittag an jeder Ecke Essen angeboten. Ob in kleinen Ladeneingängen oder auf Wägen, die durch die Straßen geschoben werden. Es ist alles dabei, von Popcorn über Nüsse bis zu Zuckerwatte. Aber auch ganz viele Spezialitäten, die wir bisher noch nicht kannten. Also haben wir uns Mal dran gemacht und durchprobiert was wir so finden konnten.

Hashed Brown Potatos

Die Fladen bestehen aus kleinen Kartoffelstückchen und ein paar anderen Dingen. Sie sind ganz ähnlich zu unseren Kartoffelpuffern und werden frisch auf einem heißen Blech in Öl gebraten. Serviert werden sie mit scharfer Sauce. Uns haben sie ziemlich gut geschmeckt und wir haben sie gut vertragen. Man kann sich also problemlos ranwagen.

Ein Stück kostet 20 NPR.

Momo (mo:mo)

Die kleinen Täschchen bestehen aus Nudelteig, ganz ähnlich den georgischen Chinkali. Gefüllt sind sie mit Fleisch oder Vegetarisch. Im Zweifelsfall einfach fragen. Meistens werden sie mit Dampf gegahrt. Es gibt sie aber auch frittiert oder gekocht. Dazu gibt es Chillisauce. Sie sind unser eindeutiger Favorit.

Eine Portion kostet bei einem Straßasenstand ca. 70 NPR.

Dahi Puri

Dahi Puri sind knusprige Teigtaschen. Die Füllung ist verschieden. Manchmal mit Reis und Fleisch aber auch mit Kartoffeln und Gemüse gibt es sie. Vor dem Servieren werden sie in eine süßliche Sauce getunkt. Garniert werden sie mit Chilipulver. Das ergibt eine interessante Mischung aus süß und scharf.

Ich muss zugeben, wir sind uns einig: nochmal kaufen würden wir sie nicht. Aber wer weiß, vielleicht haben wir auch nur am falschen Stand probiert.

Für drei Stück wollte der Verkäufer 50 NPR.

Samosa

Über die knusprigen Teigtaschen stolpert man an jeder Ecke. Sie sind immer Vegetarisch und gefüllt mit einer Kartoffel-Bohnen-Paste. Frittiert und noch warm sind sie unwiderstehlich.

Normalerweise kostet ein Samosa 20 NPR.

To be continued…

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Das Holi-Festival in Kathmandu

Das Holi Festival, auch bekannt als das Fest der Farben wird in Indien und Nepal gefeiert. Bei dem uralten hinduistischen Fest feiern alle den Ende des Winters bzw. den baldigen Beginn der Monsunzeit. Vor allem der zweite Tag des mehrtägigen Festes ist am aufregendsten und am bekanntesten. Dann sind die Straßen Kathmandus voll mit Leuten, die sich gegenseitig mit Farbpulver und Wasser bewerfen.

Traditionell tragen die Leute weiß. In den Tagen vorher gibt es überall in den Straßen weiße T-Shirts mit der Aufschrift „Happy Holi“ zu kaufen. Alternativ tun es aber auch alte Klamotten. Halt etwas, was man jetzt nicht unbedingt nochmal braucht, denn manche Farben gehen nichtmal mehr von der Haut wieder ab, geschweige denn von dem Stoff.

Die besten Orte um Holi zu erleben ist in Thamel, in der Altstadt Richtung Durbar Platz und natürlich am Durbar Platz selbst. Normalerweise finden dort auch Konzerte statt, dieses Jahr wurde das Holi-Festival jedoch aufgrund des Coronavirus abgesagt. Das hat aber keineswegs die Erwachsenen davon abgehalten in den Innenhöfen zu Feiern und die jungen Leute waren vom Durbar Platz nicht fernzuhalten.

Man ist nirgends sicher! Morgens im Hotel beim Frühstück ging es schon los. Blöd nur dass ich meine Sachen, die ich extra für Holi gekauft hatte noch nicht abgezogen hatte. Also hatte ich doch am Ende des Tages zwei T-Shirts bunt. Also schnell das Andere angezogen, bevor noch mehr passieren kann.

Auf den Straßen ging es erstmal nur langsam los. Ein paar Kinder warteten schon am Eingang der Gasse um uns mit Farbe und Wasserbomben zu bewerfen, aber sonst war alles ruhig. Erst ab Thamel-Mitte kamen uns die ersten Jugendlichen entgegen. Man schmiert sich gegenseitig Farbe auf die Wangen und wünscht sich „Happy Holi“.

Zimperlich darf man auf jeden Fall nicht sein und Berührungsängste sind hier total fehl am Platz. Vor allem als Tourist ist man eine besondere Zielscheibe. Jeder will einem Farbe ins Gesicht schmieren, manche umarmen einen und manche sind dabei nicht gerade vorsichtig (vor allem der männliche, angetrunken Teil der Bevölkerung).

Aber die Gefahr kommt auch von Oben. Überall werden Wasserbomben und zum Teil ganze Kübel mit Wasser aus den Fenstern gekippt. Kinder stehen mit Wasserpistolen an den Kreuzungen und die Wasser/Farbbomben lauern überall. Kameras, Handys und generell alles was nicht nass oder bunt werden soll, muss gut eingepackt werden.

Außerdem muss man, vor allem am Durbar Platz damit rechnen als Fotomotiv für Selfies hertzuhalten. Vor allem wenn eine rothaarige mit einem Riesen und einem Rastamann unterwegs ist.

Es ist ein riesen Spektakel. Alle sind gut gelaunt, schreien rum und spielen mit den Farben. Generell erinnert es mich an unser Fasching. Und die Gute Laune steckt an. Außerdem macht es so richtig Spaß sich gegenseitig mit Farben zu bewerfen ohne dass es wichtig ist, wie schmutzig bzw. bunt man am Ende ist.

Apropos Farben: Die gibt es an jeder Ecke in großen und kleinen Beuteln oder auch lose zu kaufen. Man braucht also keine Angst zu haben, dass einem die Farbe ausgehen könnte.

Nur für das Duschen sollte man sich Zeit nehmen. Leider sind die Farben zumeist nicht mehr auf natürlicher Basis und damit zum Teil auch von der Haut nicht mehr wegzubekommen. Desshalb sollte man auch aufpassen, dass man den Mund weitestgehend geschlossen hält. Die Farbe landet wirklich ÜBERALL.

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Essen gehen in Kathmandu

In Kathmandu Essen gehen ist nicht so einfach wie es klingt. Bei der Fülle an Bars, Restaurants und Cafés, vor allem in Thamel, kann einem die Entscheidung schon schwer fallen. Hier gibt es mal eine Auflistung von Cafés und Restaurants in denen wir waren und wo es uns gefallen und vor allem geschmeckt hat.

Black Olives – international

Thamel

N 27° 43.032′ E 085° 18.612′

Wer am Anfang noch etwas überfordert ist mit Kathmandu, für den ist das Restaurant ein guter Einstieg. Relativ am Rand von Thamel gelegen, ist es leicht zu erreichen und die gemütlichen Tische im Innenhof schaffen eine schöne und ruhige Atmosphäre. Es gibt internationale Küche aber auch sehr gute nepalesiche Gerichte die einem den Einstieg in die hiesige Küche leicht machen.

Preislich kann man mir 500-600 NPR für ein Hauptgericht rechnen.


Pumpernickel Bakery – Bäckerei

Thamel

N 27° 42.822′ E 085° 18.647′

Die Pumpernickel Bakery ist sofort einer unserer Lieblingsplätze in Thamel geworden. Die, von außen eher unscheinbare Bäckerei verbirgt hinter ihrer Eingangstür ein kleines Paradies. In Holzregalen wird leckeres, frisch gebackenes Gebäck angeboten, auf Bestellung bekommt man alles, vom Frühstück, über Sandwiches bis zu kleinen Hauptgerichten und Suppen. Es gibt sogar eine kleine Auswahl an Torten. Hier kann man im kleinen Hinterhof, zwischen Pflanzenranken und Gebäck mit einer Kanne Tee für eine halbe Stunde zur Ruhe kommen.


Yin Yang Restaurant – thailändisch und international

Thamel

N 27° 42.873′ E 085° 18.610′

Das Yin und Yang gehört zu den eher nobleren Restaurants in Thamel. Die thailändischen Gerichte sind spitzenmäßig aber man sollte verdammt vorsichtig sein was die Schärfe der Gerichte angeht. Das Personal ist sehr freundlich und die Atmosphäre draußen gemütlich und einladend. Trotz des elitären Eindrucks fühlt man sich aber nicht unwohl, sondern sehr gut aufgehoben.

Die Preise bewegen sich für ein Hauptgericht zwischen 750 und 1250 NPR


Kaushi Rooftop Café and Bar – international

Thamel

N 27° 42.954′ E 085° 18.579′

In dem gemütlichen Rooftop Café gibt es bei Reggaemusik alles was das Herz begehrt. Von Kaffe über Tee bis zu Bier, vom Frühstück über internationale bis zu nepalesischer Küche. Sehr zu empfehlen ist der Masala Tee und die heiße Zitrone mit Ingwer und Honig. Für Schleckermäuler gibt es Frittierte Snickers mit Eis. Aber auch wenn die Atmosphäre dazu einläd, „Smoking Weed Not Allowed“.

Hauptgerichte kosten zwischen 400 und 600 NPR.


Tasty Momo Center – nepalesisch

In der Nähe des Durbar Platzes

N 27° 42.370′ E 085° 18.414

Das winzige Restaurant ist nicht die typische Anlaufstelle für Touristen. Es gibt sehr leckere Momos zum mitnehmen. Wer ein bisschen Zeit übrig hat sollte aber auf jeden Fall versuchen sich durch die winzige Eingangstür zu zwängen. Drinnen wird man überschwänglich von dem Besitzerpaar bedient und kann ihnen zuschauen wie sie das Essen frisch zubereiten. Es gibt Momo, Nudeln und Rührei. Tendenziell ist alles ziemlich scharf. Wem die Augen Tränen, der bekommt lachend ein Stück Kandiszucker angeboten. Englisch wird kaum gesprochen, dafür kennen wir jetzt einige neue Begriffe auf Nepali.


Momo Hut – Momo/ international

Thamel

N 27° 42.856′ E 085° 18.677′

Was dem kleinen Restaurant im Ersten Stock ein bisschen an besonderem Flair fehlt, das macht die Vielzahl an Momos wieder wett. Durch die großen Fenster kann man auf die belebten Straßen Thamels blicken und dabei Momos aller Art probieren (Vegetarische, mit Fleisch oder süß). Aber auch die verschiedensten internationale Gerichte sind auf der Speisekarte zu finden. Dazu gibt es Tee, Bier oder Drinks.

Nur vor der Rohkost sollte man sich in Acht nehmen. Das gilt jedoch nicht nur hier. Generell raten wir davon ab Rohkost und Salate zu essen. Man weiß nie mit welchem Wasser sie gewaschen wurden. So kann man das Risiko, sich eine Magen-Darm-Erkrankung einzufangen leicht gering halten.

10 Momos kosten 200 bis 450 NPR

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