Sehenswertes in Kathmandu

Der Garten der Träume

Der Garten der Träume ist eine kleine Gartenanlage, ganz in der Nähe Thamels.

Die Gartenanlage wurde in den 1920er Jahren von Feldmarschall „Kaiser Shamser“ (Ja, sein Name war tatsächlich Kaiser) neben seinem Palast gebaut. Er hatte auf seinen Reisen mehrere englische Herrenhäuser mit prunkvollen Gartenanlagen gesehen und ließ sich davon inspirieren. Daher wirkt der Garten überraschend europäisch. Der Garten wurde lange Zeit bis zum Verfall vernachlässigt. Daraufhin wurde der Garten innerhalb von sechs Jahren (beendet 2007) restauriert.  Von den ursprünglichen 1,6 Hektar und den sechs Pavillons blieben dabei nur 0,5 Hektar und drei Pavillons übrig. Die Nepalesen führen ihre Freundinnen und Frauen hierhin aus und die schönen Fotolocations werden durch Touristen intensiv genutzt.

Die Anlage ist wie eine kleine ruhige Oase inmitten des Stadt-Dschungels von Kathmandu. Man kann dem Straßenlärm und dem Staub für einen Moment entfliehen und in dem Café oder auf einer der zahlreichen Bänke zur Ruhe kommen. Mit etwas Geduld hat man auch bald einige Streifenhörnchen um sich versammelt. Trotzdem ist die Stadt aber nicht ganz vergessen. Der Garten ist nicht sehr groß, so dass man bei einem Spaziergang schnell das andere Ende erreicht hat. Die Gerüste rundum machen die Illusion auch nicht gerade perfekt. Trotzdem ist der Garten ein Ort, an dem man definitiv gerne längere Zeit verweilt.

Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen 400 NPR.


Narayanhiti-Palastmuseum

Fast direkt neben dem Garten der Träume liegt das Narayanhiti-Palastmuseum.

Zwei Jahre nach dem die Königsfamilie im Jahr 2008 innerhalb von 15 Tagen den Palast endgültig verlassen musste, wurde der ehemalige Königspalast als Museum wiedereröffnet. Der Palast eröffnet einem Einblicke in die Welt der „modernen“ Könige. Von Banketzimmern über Ahnenbilder, bis hin zu den Einschusslöchern die von dem Massaker 2001 übrig blieben, als Prinz Dipendra erst seine Familie und dann auch sich selbst tötete.

Der Weg durch den Palast war interessant aber auch seltsam befremdlich. Man stolpert über Dinge, die man, aus europäischer Sicht, niemals in einem Königspalast erwarten würde. Neben Hocker aus Elefantenfüßen, augestopften Tigern und prunkvollen Sesseln steht aufeinmal ein Fernseher, in der Ecke eine Stereoanlage und auf dem Beistelltisch ein Telefon. Aber auch wenn man sich jedesmal wieder in Erinnerung ruft, dass der König erst 2008 endgültig abgesetzt wurde, ist man dann doch wieder überrascht, wenn im Erholungszimmer des Königs vor der riesigen Couch ein Fernseher steht.

Der Eintritt kostet 500 NPR und man darf weder Kamera, noch Tasche mir hinein nehmen. Dafür gibt es extra kostenlose Schließfächer.


Kathmandus Altstadt

Um das Gassengewirr von Kathmandus Altstadt kommt man nicht herum. Die kleinen Gassen sind voll und laut. In der Mitte drängen sich Menschen, Motorrädern und manchmal sogar Autos, während von allen Seiten die Händler versuchen ihre Ware zu verkaufen.

Schrein der Zahnschmerzen. Wer einen Nagel hineinschlägt, der wird von seinen Schmerzen befreit.

Wenn man eh auf dem Weg zum Durbar Square ist, kann man sich einfach auf Umwegen durch die Straßen treiben lassen. Auch vor kleineren Gassen oder Tempelanlagen muss nicht zurückgeschreckt werden. In den meisten Gassen verbergen sich nur noch mehr Verkaufsstände, wie zum Beispiel am Indra Chowk. Dort wird in den winzigen Seitengassen der grelle Schmuck verkauft, der bei dein einheimischen Ehefrauen sehr beliebt ist. Die Tempelanlagen die von allen betreten werden dürfen sind zumeist mir Schildern als solche gekennzeichnet.

Nachdem ich mich an die vollem und lauten Straßen gewöhnt hab, kann ich nicht genug davon bekommen. Jedes Mal, wenn unser Weg uns wieder Richtung Durbar Square führt gibt es wieder etwas neues zu Entdecken.


Durbar Platz

Auf dem Durbar Platz wurden die alten Könige gekrönt und von dort aus regierten sie auch das Land. Der Platz besteht eigentlich aus drei, miteinander verbundenen Plätzen. Die Plätze sind voll mit Tempel und Statuen verschiedenster Art. Leider ist bei dem Erdbeben 2015 der Platz sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die meisten Tempel wurden zerstört und befinden sich zum Teil immer noch im Wiederaufbau. Der Palast kann inzwischen schon wieder durchquert werden und im kleinen Palastmuseum dahinter wird die Tragödie von 2015, sowie die Schritte des Wiederaufbaus geschildert.

Eines der wenigen Gebäude, die ganz erhalten geblieben sind ist der Kumari Bahal. In dem dreistöckigen Haus aus roten Ziegeln lebt die Kumari, Nepals lebende Kind-Göttin. Den Innenhof kann man betreten und mit etwas Glück kann man sie am Fenster stehen sehen. Gewöhnlich zeigt sie sich zwischen 9:00 und 11:00 Uhr am Vormittag und zwischen 16:00 und 18:00 Uhr am Nachmittag. Sie zu fotografieren ist strengstens verboten.

Wenn sie erscheint, dann zeigt sich die Kumari kurz auf dem obersten Balkon gegenüber des Eingangs zum Innenhof.

Wir hatten das Glück sie sehen zu können. Es war schon komisch einem Mädchen gegenüber zu stehen, die nur als lebende Göttin bezeichnet wird. Aber im Endeffekt ist sie doch nur ein Kind, dem die Kindheit geraubt wird, bevor man sie zurück in ihr gewöhnliches Leben wirft. Viel faszinierender waren die Gläubigen, die im Hof standen, die Hände zum Namaste geformt, und ihre Gebete murmelte oder einfach nur ehrfürchtig nach oben starrten. Aber trotzdem hat sich bei mir etwas anderes ins Gehirn gebrannt. Nicht die Kindgöttin, die würdevoll am Balkon steht, nicht die Gläubigen, nicht die Touristen, sondern das Ende des Ganzen: Die Kumari wirft nach ein paar Minutend der Frau, die mit ihr an den Balkon gekommen ist, einen Seitenblick zu, die Frau nickt kaum merklich. Daraufhin löst sich die Kumari vom Balkon und hopst ins Zimmer zurück.

Der Eintrittspreis für den Durbar Platz beträgt 1000NPR pro Person. Das Geld wird unter anderem dazu verwendet, die Tempelanlagen wieder aufzubauen. In dem kleinen Büro, links neben dem Kumari Bahal, kann man sich einen Ausweis ausstellen lassen, mit dem man den Platz jederzeit betreten und überqueren kann. So muss man den Eintrittspreis nur einmal zahlen. Dazu braucht man den Pass und ein Passfoto.


Swayambhunath

Der buddhistische Tempel liegt etwas mehr als 2 km vom Thamel entfernt. (Ich kann nur empfehlen zu laufen, so bekommt man einiges von der Stadt zu sehen.) Am schönsten ist es früh Morgens oder Abends während des Gebetes aber auch die Sonnenauf- und Untergänge sind spektakulär. Es gibt zwei Wege nach oben. Der östliche Weg führt über eine Lange Steintreppe und schon hier ist klar warum der Tempel auch „Affentempel“ genannt wird. Sie sind wirklich überall und ganz schön frech.

Der Weg nach Oben ist nicht ganz unanstrengend, aber dafür kann man das oben Ankommen deutlich mehr genießen. Auch die Aussicht in beide Richtungen ist zu jeder Zeit alles andere als langweilig. Steigt man Abends nach oben, dann muss man sich in acht nehmen. Viele Einheimische kommen zum Sport machen hier her und sprinten, an einem vorbei, die Treppen nach oben.

Oben angekommen wird es Farbenfroh, noch mehr, als bis jetzt eh schon. Überall spannen sich Gebetsfahnen auf. Die weiße Kuppel steht im starken Kontrast zur goldenen Spitze und dem dunkeln Stein drumrum.

Bleibt man bis in die Dunkelheit hinein, kann man den atemberaubenden Blick über Kathmandu genießen.

Der Eintritt kostet 200 NPR.


Pashupatinath

Etwas weiter entfernt ist der hinduistische Tempel Pashupatinath. Die ca. 3,5 km von Thamel aus, lassen sich gut in einer Stunde zu Fuß zurücklegen.

Die beste Besuchszeit ist wieder früh Morgens oder Abends zum 18:00 Uhr Gebet.

Dort angekommen muss man einen Eintritt zahlen und kann sich einen Guide mieten. Direkt nach dem Eingang führt eine Brücke über den Fluss. Überquert man diese, so kann man den Feuerbestattungen auf der gegenüberliegenden Seite folgen. Hier werden die Leichen in bunte Tücher gewickelt, ein Scheiterhaufen errichten und, wenn alle Angehörigen eingetroffen sind, wird der Leichnam auf das Holz gebettet und angezündet. Ist das Feuer zur Gänze abgebrannt, werden die Holzreste in den Fluss geschmissen.

Wer so einer Feuerbestattung beiwohnen will, der sollte Zeit mitbringen. Außerdem (und ich verstehe nicht warum das überhaupt gesagt werden muss) respektvoll mit der Kamera umgehen! Auch der Geruch ist nicht zu unterschätzen.

Die Verbrennungsstellen sind aber nicht das einzige. Fotogene Sadhus Posen gegen ein kleines Taschengeld (50-100 NPR) für ein Foto, man kann sich segnen lassen, oder bei einem der vielen Frauen Ketten kaufen. Nicht zu vergessen die Kühe, die überall herumstehen. Weiter oben am Fluss baden Leute und überall auf dem ganzen Gelände spielen Kinder, Affen und Hunde. Allgemein eine sehr skurile Kombination.

Steigt man, bei der Abenddämmerung bis auf die Wiesen auf der gegenüberliegenden Seite, dann findet man noch mehr Sadhus, die etwas Wheed und den Sonnenuntergang genießen. Je dunkler es dann wird, desto mystischer wird die ganze Anlage.

Als Eintrittspreis sind 1000 NPR zu zahlen. (Man könnte meinen das ist etwas hoch angesetzt, dafür, dass nur Hindus die meisten Tempelanlagen betreten dürfen.) Trotzdem fand ich, war es das wert. Allein die Stunde, die wir am Ufer gesessen sind und den Bestattungen beigewohnt haben, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen und macht nachdenklich über die Bedeutung von Leben und Tod.

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Auf in den Bürokratiewahnsinn: TIMS beantragen und Nationalparkgebühren bezahlen

Alle Trekker müssen in Nepal ihr Trecks anmelden und dazu die TIMS-Karte (Trekking Information Management System) beantragen. Wo das geht, was man alles braucht und wie viel das kostet gibt’s hier:

Die TIMS-Karte muss am Einstieg in die Annapurna- und Langtang-Trecks vorgezeigt werden. Meines Wissens nach gilt für die Everest-Region andere Gebühren die extra bezahlt werden müssen. Die TIMS-Karte ist hier nicht nötig.

Die Karte kann am Tourist Service Centre beantragt werden. Das ist ca. 20 min Fußweg von Thamel entfernt.

Ich würde auf jeden Fall empfehlen kein Taxi zu nehmen, sondern den Weg zu Fuß zu laufen. Wenn man abseits von den großen Straßen bleibt gibt es richtig was zu sehen. Von total überfüllten Märkten bis zu kleinen Tempeln ist alles mit dabei.

Die Schalter sind 7 Tage die Woche von 7:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Das gilt auch an Ferien und Feiertagen. Dort kann man auch direkt die Gebühren für die Nationalparks beantragen.

Für den Antrag der TIMS-Karte braucht man:

  • Reisepass
  • 2 Passbilder (können auch vor Ort gemacht werden)
  • Versicherungsdaten
  • 2000 NPR
  • Reisedaten (Beginn und Ende des Trecks)

Am Schalter nebenan gibt es die Anträge für die Nationalparks. (In unserem Fall ging es um die Annapurna-Region.)

Nötig sind:

  • Reisepass
  • 2 Passfotos
  • Genauere Informationen über den Reiseverlauf (Beginn und Ende, sowie Namen der geplanten Trecks)
  • 3000 NPR

Alle Gebühren müssen in NPR und in Bar bezahlt werden. Direkt vor dem Eingangstor steht ein Geldautomat. Da kann man noch schnell Bargeld abheben.

Auch wenn die ganze Prozedur nicht kompliziert ist, sind ja prinzipiell nur zwei Formulare, kann es eine Weile dauern. Ich würde einen Vor- bzw. Nachmittag einplanen um alles zu erledigen. Dann steht man nicht so unter Stress und wenn es doch Mal zu längeren Wartezeiten kommt ist das kein Drama.

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Ein Visum für Nepal

Zum Glück hält es Nepal, was ein Visum angeht, um einiges entspannter als Indien. Ein Visum „on arrival“ ist problemlos möglich.

Generell brauchen alle Ausländer, die nach Nepal einreisen ein Visum. Ausgenommen sind nur Inder*innen.

Die Visa sind sehr leicht bei nepalesischen Botschaften und Konsulaten im Ausland zu bekommen oder direkt bei der Einreise. Das funktioniert sowohl bei der Ankunft am Flughafen von Kathmandu als auch an diversen Grenzübergängen (Nepalganj, Birganj/ Raxaul Bazaar, Sunauli, Kakarbhitta, Mahendranagar, Dhangadhi, Rasuwagadhi)

Für das Visum muss man ein Antragsformular an einem der Registrierungsautomaten ausfüllen. Man kann bei der Ankunft ein bisschen Zeit sparen, indem man das Formular innerhalb der 15 Tage vor Reiseantritt online ausfüllt. Hierzu muss man auch ein digitales Foto hochladen. Das ganze funktioniert unter https://online.nepalimmigration.gov.np/tourist-visa.

Die Kosten hängen von der Länge des Aufenthalts ab:

  • 15 Tage: 30 USD
  • 30 Tage: 50 USD
  • 90 Tage: 125 USD

In Kathmandu kann das Einreisevisum in jeder wichtigen Währung bezahlt werden. An den Grenzübergängen werden jedoch Dollar verlangt. Kleingeld schadet also nicht.

Am Flughafen läuft das dann folgendermaßen ab:

Als erstes füllt man den Antrag für das Visum an einem der vielen Automaten aus. Das geht auf Englisch und Chinesisch. Hat man das geschafft, dann erhält man, (sofern der Drucker funktioniert) einen Beleg. Mit diesem Beleg geht man dann zum ersten großen Schalter. Dort wird das Visum in einer beliebigen harten Währung bezahlt (Kreditkarte funktioniert auch). Nach dem Bezahlen erhält man wiederum einen Beleg mit dem man sich dann endgültig zum Schalter begibt, an dem das Visum dann ausgestellt wird. Der ganze Prozess, vom Aussteigen aus dem Flugzeug bis zur Gepäckabholung hat bei uns ca. 2 Stunden gedauert.

Überziehen sollte man sein Visum nicht. Es wird eine Gebühr von ca. 2€ pro Tag für die Verlängerung des Visums fällig. Dazu kann noch eine Geldstrafe von 2,50 € pro Tag kommen. Um zu vermeiden, dass man seinen Flug aufgrund solcher Verzögerungen verpasst, sollte man das vorher bei der Zentralen Einwanderungsbehörde in Kathmandu klären.

Dort kann man sein Visum ohne Probleme verlängern lassen. Eine 15-Tägige Verlängerung kostet 25€ und ca. 2 € für jeden weiteren Tag. Eine 30-Tägige Verlängerung kostet 42€. Die Verlängerungen sind am selben Tag erhältlich, meist in ca. 2 Stumden.

Wer länger als 60 Tage in Nepal bleibt, der kauft sich also bei der Ankunft besser ein 90-Tage Visum, als eines für 30 Tage, das dann verlängert werden muss.

Ein Visum kann bis auf ein Maximum von 150 Tagen innerhalb eines Kalenderjahres verlängert werden. Man muss aber gegen Ende ein Flugticket vorlegen, um zu zeigen, dass man das Land auch wirklich verlässt.

Zuletzt soll noch gesagt sein, dass sich die hier präsentierten Informationen zusammensetzten aus meinen eigenen Erfahrungen und dem Wissen, das ich mir, vor allem aus dem Nepalreiseführer von Lonely Planet abgelesen habe (stand 2018).

Weitere aktuelle Informationen kann man auf der Seite des Auswärtigen Amtes oder auf der Seite der Einwanderungsbehörde unter www.nepalimmigration.gov.np.

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Reiseapotheke für zwei Monate Trekking in Nepal

Ja, das mit der Reiseapotheke ist so eine Sache… Einerseits will man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, andererseits muss man alles tragen was man mitnimmt. Aber was sollte man denn eigentlich unbedingt mitnehmen und was ist vergebliche Liebesmühe? Dafür gibt es keine pauschale Antwort. Denn jeder muss seine eigenen Bedürfnisse kennen und seine Apotheke dementsprechend darauf abstimmen. Genau das habe ich bei unserer Reiseapotheke versucht. Deshalb sieht sie womöglich ganz anders aus als beispielsweise die im Reiseführer.

Zunächst Mal die „Standardsachen“ die wohl jeder brauchen wird:

  • Asperin
  • Ibuprofen
  • Blasenpflaster
  • Magnesium bei Muskelkater
  • Pflaster
  • Jodsalbe
  • Ein Minimum an Verbandszeug
  • Selbstklebender Verband (die sind sehr gut zum Schienen für beispielsweise einen umgeknickten Knöchel)
  • Tabletten zum Reinigen von Wasser (die gehören womöglich nicht direkt mit hierher, ich habe sie aber zur Medizin-Tasche gepackt 😉)

Den Rest der Apotheke haben wir an unsere Bedürfnisse und Ängste angepasst. Meine beiden Reisegefährten sind, sagen wir mal, sehr robust. Ich dagegen sammele alles ein was man so kriegen kann. Ganz besonders diverse üble Magen-Darm-Erkrankungen, die niemand haben will, geschweige denn gebrauchen kann.

Dementsprechend auch die restlichen Medikamente:

  • Tabletten gegen Erbrechen
  • Eine Injektionslösung gegen Erbrechen, falls man die Tablette nicht lange genug bei sich behalten kann (was jetzt nicht allzu unwahrscheinlich ist)
  • Dementsprechend Spritzen und Kanülen
  • Tabletten gegen Durchfall
  • Ein Breitbandantibiotikum das gegen einen großen Teil der Magen-Darm-Erreger wirksam ist
  • Braunülen (steril verpackt, für Notfälle)
  • Ein starkes, verschreibungspflichtiges Schmerzmittel ebenfalls für Notfälle

Das Breitbandantibiotikum ist insofern wichtig, da Antibiotika in Nepal nicht verschreibungspflichtig sind. Daher gibt es aber auch leider viele Resistenzen und keine Möglichkeit einen Resistenztest zu machen. Natürlich kann man sich das Antibiotikum auch einfach in einer Apotheke in Kathmandu zu Beginn seine Reise kaufen (ebenso wie das Schmerzmittel und alle anderen verschreibungspflichtigen Medikamente). Ich hatte jedoch ein besseres Gefühl dabei, eines von zu Hause, mit deutscher Packungsbeilage mitzunehmen.

Die Braunülen sind für den Worst Case gedacht: Falls einer von uns, aufgrund einer Durchfallerkrankung, so stark dehydriert, dass es gefährlich wird, dann können wir uns gegenseitig eine Infusion legen, ohne in ein Krankenhaus zu müssen. Ursprünglich hatten wir noch eine Flasche Ringer-Lösung eingepackt, die ist jedoch aus gewichttechnischen Gründen wieder rausgeflogen. Aber es sollte ja möglich sein in einer Apotheke eine Flasche Ringer- oder Kochsalzlösung aufzutreiben. Falls man das nicht als so dramatisch erachtet wie wir, aber trotzdem sicher gehen will, dann kann man mal in der Apotheke vorbei schauen. Dort gibt es, genau für so einen Fall auch Elektrolyte zum einnehmen.

Trotzdem gilt bei allem natürlich: je mehr man umsonst mitgeschleppt hat, desto besser!

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Flug gestrichen – und jetzt?

Was macht man, wenn einem einen Monat vor Beginn der Reise der Flug gestrichen wird? Genau das ist uns passiert und zugegeben, so einfach war das „Was passiert jetzt?“ nicht zu beantworten.

Unseren ursprünglichen Flug haben wir schon im Herbst gebucht: Eine Verbindung von Frankfurt nach Kathmandu mit einem Zwischenstopp in Chengdu in China. Eigentlich die ideale Verbindung. Vor allem über den Preis von 500,11€ pro Person für Hin- und Rückflug haben wir uns ziemlich gefreut. (Natürlich sind die niedrigen Flugpreise auch ein Großer Faktor in der ökologischen Kriese auf die wir zusteuern, aber wenn man, wie wir, nur ein begrenztes Budget zur Verfügung hat, dann kann man sich trotzdem ein bisschen drüber freuen.) Zugegeben, Frankfurt ist nicht gerade der nächste Weg. Es hätte auch eine Verbindung von München aus gegeben: München – Frankfurt – Chengdu – Kathmandu. Von München nach Frankfurt zu fliegen erschien mir jedoch ziemlich hirnrissig, um es mal so auszudrücken, vor allem da es von Augsburg aus eine direkte ICE Verbindung zum Frankfurter Fernbahnhof gibt. Also haben wir auch gleich die Zugtickets mitgebucht (je früher desto billiger), natürlich ohne die Option auf Stornierung, da die teurer gewesen wäre. Warum auch? Es war ja alles fix … dachten wir zumindest.

Und wie wohl inzwischen schon klar sein sollte, wurde uns 4 Wochen vor Abflug nochmal alles umgeworfen. Ich erhielt nämlich folgende E-Mail:

Zuallererst war ich ein bisschen Ratlos. Wenn unser Flug anstatt nach Chengdu, nach Peking geht, dann ist das ja schön und gut und mir prinzipiell egal, solange dann von Peking ein Flug weiter nach Kathmandu geht. Wir hatten ja EINEN Flug mit einem Zwischenstopp gebucht und nicht ZWEI Flüge unabhängig voneinander. Eigentlich sollte man diese beiden Flüge also nicht trennen können. Von unserem Weiterflug nach Kathmandu ist aber, wie man ja sehen kann, nichts zu lesen. Also muss man wohl mal wieder aller Welt hinterher telefonieren…

Die folgenden zwei Abende verbrachte ich in der Warteschleife der Hotline von Air China. Dabei war es gar nicht so leicht überhaupt in die Warteschleife rein zu kommen (wahrscheinlich, weil alle Plätze besetzt waren) und wenn ich es doch mal geschafft hatte flog ich immer pünktlich nach 31 min wieder raus.

Total entnervt habe ich mich dann doch per E-Mail an die Ansprechstelle von Air China in Frankfurt gewendet. Die Adresse hatte ich aus einer Liste im Internet. Nach ein paar Tagen kam dann die Antwort:

Was mit unserem Weiterflug nach Kathmandu ist blieb offen. Über ein Reisebüro haben wir nicht gebucht. Zu teuer. Wir haben alles selber Gebucht und Geplant. Also war die nächste Anlaufstelle fluege.de. Da hatten wir unseren Flug gebucht. Die freundliche Dame am Telefon teilte mir mit, dass mein erster Flug tatsächlich umgebucht wurde, die Verbindung von Chengdu nach Kathmandu aber noch bestand. So ein Schwachsinn! Das musste auch sie lachend zugeben.

Umbuchen geht nur innerhalb derselben Airline. So konnte sie mir nur eine Flugverbindung mit drei Zwischenstopps in China anbieten. Da sich die Fluglage aufgrund des Corona-Virus wahrscheinlich nicht mehr verbessern, sondern eher nur verschlechtern würde kam das aber nicht in Frage. Am Ende wäre unser nächster Flug noch knapper vor Reiseantritt storniert worden.

Also ließ ich eine Anfrage an Air China stellen, ob wir den Flug mit voller Kostenrückerstattung storniert bekommen. Da die Antwort ein paar Werktage dauern würde und inzwischen schon eine Woche vergangen war, mussten wir eine Entscheidung treffen:

Würden wir trotzdem einen neuen Flug buchen, selbst wenn wir von dem alten keinen Cent wiederbekommen würden? Wäre es uns wert, wenn wir deutlich mehr als das Doppelte für die Flüge zahlen als geplant?

Die Antwort war Eindeutig aber verursachte trotzdem Magenschmerzen. Natürlich würden wir trotzdem fliegen. Wir hatten diesen Urlaub über ein Jahr lang geplant.

Direktflüge gibt es keine aber noch eine Alternative von Frankfurt aus über Delhi, an den selben Tagen. Aber auch die Buchung ging nicht ganz reibungslos vonstatten. Ein paar Telefonate und Nervenzusammenbrüche später hatten wir dann aber unsere Flüge. 824,70€ pro Person für Hin- und Rückflug. Auch wenn unsere Züge jetzt nicht mehr ganz so optimal sind, wir könne froh sein, dass wir so knapp vorher überhaupt noch Flüge bekommen haben.

Ca. eine Woche später erhielt ich auch eine Mail von fluege.de: Unsere Buchung wurde wunschgemäß storniert und ein Erstattungsantrag an die Fluggesellschaft gestellt. Auf die Stornierungsgebühr von 50,00€ wurde verzichtet, die, bei der Buchung angefallene ServiceFee wird jedoch einbehalten.

Damit haben wir jetzt eine neue Flugverbindung und trotz Kostenrückerstattung haben die Flugausfälle durch den Corona-Virus jeden von uns knapp 400€ gekostet.

Aber damit ist die Arbeit nicht getan. Für den Umstieg in Chengdu haben wir kein Transitvisum benötigt (nachzulesen ist das auf der Seite des Auswertigen Amtes) aber wie das in Indien gehandhabt wird, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass am Flughafen keine Visa ausgestellt werden aber ob ich für das Umsteigen ein Transitvisum brauche ist unklar. (Vielleicht bin ich auch einfach nur nicht fähig das richtig zu recherchieren … wenn also irgendwer etwas darüber weiß wäre ich für einen Tipp sehr dankbar.)

Einige Telefonate später bin ich inzwischen soweit, dass ich einfach eine Mail an das Indische Konsulat in München geschrieben hab. Ich hoffe, dass ich ziemlich bald eine Antwort bekomme, da unser Flug in weniger als zwei Woche geht…

NACHTRAG: Die nette Dame am Check-in konnte uns sagen, dass bei einem Aufenthalt in Delhi unter 24 Stunden kein Visum nötig ist, sofern man einen Weiterflug vorweisen kann, der wieder aus Indien raus führt. Das heißt in unserem Fall ist (zum Glück) kein Visum vonnöten.

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Packliste für zwei Monate Trekking in Nepal

Das ist unsere persönliche Packliste. Inwiefern sich die bewährt, werden wir noch feststellen müssen. Geplant sind zwei Monate Aufenthalt in Nepal, wobei wir eine Woche davon in Kathmandu verbringen und eine Woche in einer Lodge am Bardia-Nationalpark. Die restlichen 6 Wochen wandern wir in der Annapurnaregion.

Was man genau braucht hängt davon ab, was für eine Art von Tour man plant. Man kann in Nepal mit sehr minimalem Gepäck auch sehr weit kommen, wenn man sich aufs Teehousetrekking beschränkt, also nur in Herbergen übernachtet. Da wir uns jedoch nicht nur auf Teehouses beschränken wollten, haben wir einiges an Extraequipment dabei, das sich zwar gut auf drei/zwei Leute verteilen lässt, aber auch recht leicht weggelassen werden kann.

Bekleidung

  • Unterwäsche in sparsamer Menge
  • 1 Thermounterwäscheset
  • 2 Wanderhosen (am besten Zip)
  • 1 leichte, bequeme Hose für Abends
  • 3 T-Shirts aus synthetischem Material (die trocknen einfach schneller)
  • 2 Baumwollshirts für Abends
  • 1 Pullover
  • 1 Softshelljacke/ Fleecejacke
  • 1 Daunenjacke
  • 1 Wasserdichte Jacke/ Regenponchos eignen sich zum Wandern meist besser
  • 2 Paar Wandersocken (bei mir sind es mehr, bedingt durch mein Schuhwerk)
  • 1 Halstuch
  • 1 Sonnenhut/ Kappe
  • 1 polarisierende Sonnenbrille
  • 1 Mütze
  • 1 Paar Handschuhe

Schuhwerk

  • 1 Paar sehr gut eingelaufe Wanderschuhe (je nach Art und Schwierigkeit des Trecks und der persönlichen Präferenz eignen sich andere Schuhe. Mittelschwere Trekkingschuhe sind aber meistens ein guter Kompromiss)
  • 1 Paar Schuhe zum reinschlüpfen für Abends
  • Evtl. 1 Paar leichte Schuhe/ Trekkingsandalen (die fallen beim mir gewichttechnisch raus)

Ausrüstung

  • Trekkingstöcke
  • Wander-Rucksack (55l sind ein gutes Mindestmaß)
  • Evtl. Tagesrucksack mit an und Abreisegarderobe zum deponieren im Hotel
  • Regenschutz für den Rucksack
  • leichtes Trekkingzelt
  • Isomatte
  • Schlafsack (empfohlene Komfortzone um die 0°C. Wer aber schon weiß dass er viel friert, so wie ich, der kann guten Gewissens auch tiefer gehen)
  • Evtl. Einen Schlafsacküberzug
  • Kocher
  • Gasflaschen sollte man vor Ort kaufen. Aufgrund der Höhe empfiehlt sich ein Propan-Butan-Gemisch.
  • Campinggeschirr
  • Trinkflaschen
  • System zur Reinigung von Wasser (wir verwenden hierfür einen Partikelfilter und eine UV-Lampe)
  • Taschenlampe/ Stirnlampe mit Ersatzbatterien
  • Medizinset
  • Toilettenartikel

Navigation

  • Karten (analog und digital)
  • Reiseführer/ Trekkingführer
  • Kompass mit Höhenmesser

Sonstiges

  • Kopien aller wichtigen Dokumente (mehrfach)
  • Passbilder
  • Dollar für das Visum
  • Evtl. Kameraausrüstung mit Zubehör
  • Sonnencreme
  • Mückenschutz
  • Plastikbeutel (kann man immer brauchen)
  • Feuerzeug
  • Geldkarte/ Kreditkarte
  • Bauchtasche für die Dokumente

Kursivgeschriebenes würde theoretisch auch auf der Packliste stehen, haben wir jedoch aus verschiedenen Gründen gestrichen.

Es empfiehlt sich vorher einmal probezupacken. So kann man rechtzeitig feststellen was einem noch fehlt und was man besser weglassen sollte. Der Rucksack sollte ohne Wasser die 10 kg nicht überschreiten und ein bisschen Volumen sollte noch übrig sein für Brotzeit. Mein Rucksack hatte beim ersten Mal Probepacken stolze 15 kg. Dann musste ein Pulli weichen, das Solarpaneel, die Flasche Ringerlösung und die Ersatzbatterien, die Regenjacke wird noch durch einen Poncho ausgetauscht und schon sind es nur noch 11,5 kg. Was jetzt noch entbehrlicht ist kann ich wirklich nicht sagen… Zumal ich auch noch ein paar Sachen Besorgen muss.

Was ich also wirklich brauche und was auf halbem Weg in Nepal bleibt wird sich noch zeigen.

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Venedig: zwischen Gucci-Store und schimmeligen Türstöcken

Man sagt, Gegensätze ziehen sich an. Man redet von der immer größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich. Man spricht von Gated Communities gegenüber vom Slums. Aber noch nirgends habe ich einen Ort gesehen an dem die Gegensätze so eng beieinanderliegen, dass es verschiedener gar nicht geht. Und das von dem meisten völlig unbemerkt. So als hätten sie sich heimlich zueinander geschlichen.

Denn im Auge des Betrachters liegt nicht das Detail. Im Gegenteil: Wer durch Venedig spaziert, der ist überwältigt von Eindrücken. So intensiv, dass Feinheiten gar nicht auffallen. Trotzdem bleiben die Bilder hängen und drängen sich mit der Zeit in das Bewusstsein. Bilder und Eindrücke, von denen man im ersten Moment, in den ersten Tagen, Wochen und Monaten, gar nicht weiß, dass man sie wahrgenommen hat.

In meinem Kopf habe ich immer wieder das Bild einer Tür vor Augen. Wer schonmal in Venedig war, der weiß, dass manche Hauseingänge direkt ins Wasser führen. So einen besagten Hauseingang gab es in irgendeiner Seitengasse, irgendwo inmitten Venedigs. Drei Stufen führten direkt ins Wasser, besetzt mit Muscheln und grün und glitschig von den Algen. Vor der eigentlichen Haustür gab es eine Gittertür, ganz verbeult, in die der Rost schon richtige Kerben gefressen hatte. Dahinter ein Holzportal. Es muss einmal sehr prachtvoll ausgesehen haben. Zweiflüglig, beschlagen mit Eisen. Inzwischen ist von dieser ehemaligen Pracht nicht mehr viel zu sehen. Sie lässt sich höchstens noch erahnen. Das Eisen ist rostig, das Holz morsch und schimmlig, die Tür schon lange nicht mehr dicht. Größere Wellen schwemmen gegen die Tür und das Wasser dringt durch die Löcher in das Erdgeschoß. Es stimmt melancholisch diese vergangene Pracht anzuschauen, wenn man weiß: zwei Gassen weiter ist ein Gucci-Store und ein Ferrari-Shop, daneben Schmuck-Läden mit ihrer ganzen Pracht und Schönheit.

Auch auf dem Wasser sind diese Gegensätze unverkennbar. Touristen lassen sich auf Gondeln durch das Wasser rudern wie Könige. Prunkvolle, schwarze Gondeln mit einem Thron als Sitz, bezogen mit Samt und Pelz. Daneben fahren die großen Wasserbusse. Ein Netz des ÖPNV nur eben auf dem Wasser, mit Haltestellen und Ticketkontrollen, allem Drum und Dran. Die Boote sind voll, die Poller abgenutzt, der Rand gerostet. Je nach dem wo man sitzt, hört es sich am, als würde der alte Kahn gleich untergehen. Und von so einem Sitzplatz aus blickt man auf eine ruhig dahinschaukelnde Gondel die gerade in einer kleinen Gasse verschwindet.

Aber auch die Menschen scheinen diese ungeschriebene Regel zu befolgen. So als wäre sie ganze Stadt, mit all ihren Besuchern und Bewohnern dem Prinzip der Gegensätzlichkeit verschrieben. Denn in Venedig ist es voll. Wirklich voll. Massenhaft eng gedrängt Menschen, die sich vom Sehenswürdigkeiten zu Sehenswürdigkeit schieben. Aber will man dem entfliehen reichen zwei Straßenecken. Nur zwei. Zwei Straßenecken abseits der Hauptroute und man ist mutterseelenalleine. 10 Schritte reichen aus um aus der Menschentraube in eine einsame und ruhige Gasse zu gelangen.

Trotzdem muss man nicht mal in eine andere Gasse gehen um sich mit solchen Gegensätzen konfrontiert zu sehen. Es reicht aus, wenn man stehen bleibt und sich umsieht. In den Häuserzeilen reiht sich ein teures Restaurant an das andere, ein überteuerter Süßigkeitenladen an eine Victoria-Secret Boutique, ein Schmuckladen an einen exorbitanten Souvenirshop mit mindestens genauso exorbitanten Preisen. Allgemein wirkt Venedig einfach edel. Man schnuppert die Luft von etwas besonderem, Geld spielt (zumindest augenscheinlich) keine Rolle. Aber dann steht in der Mitte der Gasse ein Stand mit billigen venezianischen Masken. Etwas so edles, so billig produziert, wird damit seines ganzen Charmes beraubt. Auf den Plätzen versuchen Männer verzweifelt wertloses Kinderspielzeug zu verkaufen, das mehr Aufwand und Probleme in der Entsorgung bereitet als dass es Freude zum Spielen bringt. Man darf bloß nicht zu fasziniert auf das Lichterspiel schauen, dass sie mit dem Spielzeug veranstalten, sonst ist man sofort umringt, auch als Erwachsene. Irgendwie hat mich das an die Rosenfrauen in Athen erinnert. Und das alles, inmitten der edlen Pracht, die über alles erhaben zu sein scheint.

Aber das fällt einem alles gar nicht so deutlich auf. Wenn man so durch Venedig läuft, wird man bombardiert mit Eindrücken. Die Augen springen von einem faszinierenden Fleck zum anderen. Man ist so überwältigt, dass man nur alles unreflektiert in sich aufnehmen kann. Man sammelt und sammelt und sammelt die Eindrücke, gierig nach mehr. Bis man vor einem Straßenkünstler stehen bleibt. Er zeichnet Portraits von Passanten, mit einer Hingabe und mit einem Talent, dass man gar nicht anders kann als stehenzubleiben. Gezwungenermaßen atmet man 10 Minuten, oder eine Viertelstunde durch, bis das Portrait fertig ist. Vielleicht wartet man auch das Nächste noch ab, zu fasziniert um weiter zu gehen, gezwungen zu einer Pause. Wie gegensätzlich die Postkartenstände zu beiden Seiten sind, die überteuerte Drucke von Fotos oder Gemälden verkaufen, das bemerkt man zunächst gar nicht. Die Gegensätze haben sich zueinander geschlichen, ganz still und heimlich.

Venedig, ist laut und still, voll und leer, überwältigend und vorhersehbar, aber trotzdem voller Überraschungen. Es ist schrill und falsch und gleichzeitig so echt und alt und authentisch. Ich liebe Venedig und gleichzeitig sehe ich es mit kritischen Augen und zweifle es an. Tja, wie soll ich sagen, Gegensätze ziehen sich einfach an.

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Die 5 schönsten Stellplätze zum Wildcampen in Griechenland

Auch hier gilt das gleiche wie bei den 5 schönsten Strandstellplätzen Griechenlands: das hier sind eher meine Favoriten und es gibt noch viele, viele andere schöne Plätze die wir gar nicht zu Gesicht bekommen haben.

1. Agios Gianakkis Beach

N 39.28002, E 20.46592

Ja, dieser Stellplatz findet sich auch bei den schönsten Strandstellplätzen wieder. Warum? Weil es einfach mein absoluter Lieblingsplatz ist. Kleine, intime Bucht, türkisblaues Meer, ein schöner Parkplatz mit Bäumen und nette Besitzer der zugehörigen Strandbar. Zugegeben, nachmittags kann es etwas voll werden (was aber bei der kleinen Bucht immer noch recht wenige Menschen heißt) aber ab 7 Uhr sind fast alle wieder weg. Der Weg zum Parkplatz ist gut geteert (keine Selbstverständlichkeit), so dass man leicht hinkommt ohne Allrad und ohne sein Auto an die Grenzen zu bringen. Das heißt aber auch, dass man nachts nicht ganz einsam steht, was dem Platz keinen Abbruch tut. Es gibt eine Stranddusche und ein ziemlich sauberes Dixi Klo. Für das Klo gibt es die Schlüssel an der Bar.

2. Parkplatz am Waterpowermuseum in Dimitsana

N 37.58326, E. 22.04741

Diesen Platz hat iOverlander leider wieder rausgenommen, da es ein Schild gibt, das Camping (eigentlich) verbietet. Trotzdem standen wir dort für eine Nacht und haben auch mit Mitarbeitern des Museums geredet und keiner hatte ein Problem mit uns. Der Platz ist es auf jeden Fall wert, es zu versuchen! Ich denke die Bilder sagen alles was man wissen muss… Wer in Dimitsana ist, weil er die Lousios-Schlucht durchwandern will, für den ist der Platz Ideal: Der Wanderweg beginnt direkt am Walterpowermuseum. (Mehr Infos zur Lohsios-Schlucht und einen alternativen Stellplatz gibst hier.) Während der Wanderung sollte man das Fahrzeug aber trotzdem aus dem Weg stellen und auf dem offiziellen Parkplatz parken. Zum Schluss noch etwas zum Bach: Der hat absolute Trinkwasserqualität und wer nicht Kälteempfindlich ist, der kann nach der Wanderung kurz darin baden.

3. Die heißen Quellen von Eleftheres

N 40.73737, E 24.08877

Ja, auch hierzu gibt es schon einen eigenen Blogbeitrag (hier) aber trotzdem möchte ich diesen Platz nochmal erwähnen. Inmitten der Ruinen einer Hotelanlage gibt es noch einige Becken mit heißem Schwefelquellwasser, sowohl noch funktionierende Badewannen in den Häusern, als auch Natursteinbecken draußen. Je nach dem, mit welchen Fahrzeug man unterwegs ist und ob man im Zelt oder im/auf dem Auto schläft gibt es diverse schöne Plätze, die jeder für sich in Ruhe entdecken kann. Nachmittags und abends ist man jedoch nie alleine. Der Platz ist (verständlicherweise) ein Hotspot für Einheimische, die nach der Arbeit vorbeikommen, um ein Bad in dem heißen Wasser zu nehmen. Mehr Privatsphäre hat man erst ab der Dämmerung. Aber heiße Quellen sind eh am schönsten, wenn es draußen keine 40°C mehr hat😉.

Eine kleine Warnung noch: die Bäume sind sehr alt. Bei Wind sollte man also möglichst nicht darunter parken, weil manchmal Äste abbrechen.

4. Kirche inmitten von Obstbäumen

N 40.224754, E 22.513765

Wer in der Nähe des Olymp einen Platz sucht, der ist hier goldrichtig. Inmitten von Obstplantagen steht eine kleine Kirche. An sie angeschlossen ist eine Wiese mit Picknickbänken unter riesigen, uralten Bäumen. Der Platz ist leicht zugänglich mit großen und kleinen Fahrzeugen, Zelten ist auch kein Problem. Trotz der guten Zugänglichkeit ist man ziemlich einsam. Morgens und abends kommen ein paar Arbeiter vorbei, mehr aber auch nicht. Alles in allem also ein idyllischer, ruhiger Platz. Nur Toiletten gibt es keine, aber für das Problem hat ja jeder so seine eigene Lösung.

5. Vikos

N 39.951857, E 20.707077

Ein anderer traumhafter Platz für den Start einer Wanderung ist in Vikos, bzw. Vikos selbst. Der Ort ist ziiieeemlich klein. Fährt man auf der einzigen Straße rein, kommt man auf einen kleinen Platz vor der Kirche. Die Aussicht ist traumhaft. Gleichzeitig gibt es Bäume die Schatten spenden und genau den richtigen Abstand für eine Hängematte haben. Große Fahrzeuge brauchen sich keine Sorgen zu machen, wegen der schmalen Zugangsstraße. Der Platz ist groß genug zum Wenden. Ein Zelt lässt sich nicht befestigen, da der Boden mit Steinplatten ausgelegt ist. Bei gutem Wetter kann man jedoch problemlos auch unter freiem Himmel schlafen. Toiletten gibt es in den beiden Restaurants und zum Aussichtspunkt der Vikos-Schlucht ist es nur ein Katzensprung. Auch Kochen ist kein Problem: an einer der Umrandungsmauern gibt es einen kleinen Trinkwasserbrunnen. (Mehr zur Wanderung durch die Vikos-Schlucht gibt es hier)

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Die 5 schönsten Stellplätze am Strand in Griechenland

Vorneweg soll gesagt sein, dass wir naüüüürlich nicht alle Strände Griechenlands kennen. Daher sind das hier eher meine 5 Lieblingsstellplätze am Strand in Griechenland. Da wir, vor allem zu Beginn, ein bisschen überfordert damit waren uns selbst Plätze zu suchen, sind einige der Plätze keine Entdeckungen von uns, sondern von anderen Reisenden, die so nett wahren und ihre Plätze auf iOverlander geteilt haben. (Mehr zum Wildcampen im Griechenland und wie man Stellplätze findet gibt’s hier)

1. Agios Giannakis Beach

N 39.28002, E 20.46592

Unser absoluter Favorit zuerst. Agios Giannakis Beach ist eine kleine Bucht an der Westküste Griechenlands. Von der Küstenstraße führt ein gut geteerter Weg bis zum Meer hinunter (und das ist keine Selbstverständlichkeit). Unten gibt es schöne, schattige Parkplätze unter großen, alten Bäumen. Eine Ebene tiefer steht ein kleiner Imbissanhänger bei dem es Getränke und Kleinigkeiten zu Essen gibt. Solange man sich nicht mitten in den Weg stellt haben die Besitzer nichts dagegen, dass man dort übernachtet. Der Höflichkeit halber sollte man jedoch noch etwas Kleines kaufen. Der Strand ist klein, mit Kies und es gibt sogar eine Dusche. Nachmittags kann es etwas voll werden, da der Strand bei Einheimischen beliebt ist aber ab 7 Uhr sind meisten fast alle wieder weg. Es gibt auch ein ziemlich sauberes Dixi Klo. Den Schlüssel dafür kann man sich bei der Bar abholen. Nachts ist sie natürlich verschlossen. Auch wenn der Strand sehr intim und gemütlich ist, steht man nie alleine. Meistens sind noch zwei oder drei andere Wohnmobile da. Zudem kann man nicht direkt auf den Strand fahren. Wer vollkommene Einsamkeit sucht der ist hier leider falsch. Obwohl (oder gerade weil) wir hier das erste Mal „wild“ am Strand gecampt haben kommen wir von diesem Platz nicht mehr los und sind auf dem Rückweg extra nochmal vorbeigefahren und haben noch zwei Nächte dort verbracht.

2. Strand bei Killini

N 37.94010, E 21.13525

Der Strand bei Killini ist die richtige Anlaufstelle für absolute Einsamkeit. Der Strand ist nicht ganz leicht zu finden und leider nicht sehr einladend zum Baden. Aber wohl gerade deswegen hat man hier abends seine Ruhe. Das Besondere an diesem Strand: Am Horizont, nicht Mal sehr weit weg, kann man die riesigen Fähren vorbeifahren sehen. Wahrscheinlich auch deswegen ist der ganze Strand überfüllte mit Haufen von Wasserpflanzen und Algen, so dass man an den meisten Stellen nicht mal den Sand sieht und auch das Wasser ist nicht wirklich klar. Trotzdem lohnt sich die Aussicht! Baden kann man auch wo anders aber so einen tollen Blick findet man so schnell nicht wieder. Nur morgens kamen ein paar Einheimische zum Schwimmen vorbei (nur die harten kommen in den Garten) aber niemand fühlte sich von uns gestört.

3. Strand im Naturschutzgebiet

N 37.38680, E 22.76580

Dieser Strand liegt in einem Naturschutzgebiet und ist dementsprechend weit weg von großen Straßen. Trotz der Abgeschiedenheit ist dieser Strand leider kein Geheimtipp mehr. Die Wege durch das Gebiet sind gut ausgebaut und die Strände relativ leicht zu erreichen für Groß und Klein, Allrad oder nicht. Aber im ganzen Gebiet gibt es mehrere kleine Strände unter denen sich sicherlich ein einsamer finden lässt. Sandstrand, klares, blaues Meer, was will man mehr. Aber gerade weil dieser Platz in einem Naturschutzgebiet liegt, bitte ganz besonders auf den Müll achten. Alles was man mitbringt kommt auch wieder mit zurück (einschließlich Toilettenpapier!!). Sonst verliert der Platz bald seinen Charme.

4. Nostos Beach Bar

N 38.33441, E 21.58044

Und hier haben wir den nächsten Parkplatz einer Strandbar. (Die sind nebenbei immer eine gute Anlaufstelle, wenn man einen schönen und erreichbaren Stellplatz am Meer sucht.) Sie ist sehr gut zu erreichen und liegt (wohl auch deshalb) nicht sehr einsam da. Trotzdem hat uns das Ambiente sehr gefallen. Die Bar war trotz Hochsaison nicht überfüllt und alle waren sehr freundlich und zuvorkommend. Aber das was eigentlich hängen geblieben ist war nicht die Bar oder der Strand (ein normaler griechischer Strand eben) sondern der dazugehörige Parkplatz. Grasboden, Schatten für die Autos, Bäume für eine Hängematte und ein ruhiges stilles Ambiente mit toller Aussicht auf die Berge. Zugegeben, es ist jetzt nichts einsames aber der Platz hat definitiv was. Zusätzlich gibt es eine Dusche, WLAN vorne an der Bar und saubere Toiletten die die ganze Nacht über geöffnet sind.

5. Parkplatz einer Strandbar

N 40.33439, E 23.70775

Leider haben wir kein besseres Bild als das, das wir gemacht haben, während wir den Regenschauer im Auto abgewartet haben…

Zuletzt noch der ideale Platz für Kinder. Ja, es ist wieder der Parkplatz einer Strandbar bzw. eines Restaurants am Strand. Wieder haben wir Grasboden und viele schöne Bäume die Schatten geben. Aber neben der idyllischen Parkwiese ist das eigentlich besondere der Strand: einer der wenigen Sandstrände auf denen wir waren, ideal zum Sandburgenbauen. Dazu fällt das Ufer sehr flach ab, so dass man auch recht weit im Meer noch stehen kann aber auch gleichzeitig nicht zu flach, so dass auch schwimmen kein Problem ist. Das Wasser war schön warm und ruhig. Perfekt also. Auch in der Hochsaison war nicht viel los. Viele Einheimische und fast keine Touristen. Das macht das Ganze noch perfekter.

Die Besitzer waren damit einverstanden, dass wir eine Nacht bleiben können aber ich glaube mehr Nächte wären problematisch gewesen. Es gibt eine Stranddusche und Toiletten die auch nachtsüber offen sind. Die Toiletten gewinnen definitiv weder einen Schönheits- noch einen Sauberkeitspreis… Aber abgesehen davon hat uns der schöne Stellplatz und der traumhafte Strand absolut überzeugt.

5,5 Der „Ich konnte mich nicht entscheiden“ Punkt

N 38.337438, E 22.193016

Und, weil ich mich nicht entscheiden konnte, noch ein Stellplatz, ein Stückchen Entfernt von Delphi. Na gut, ein ganzschön weites Stückchen von Delphi. Trotzdem haben wir da geschlafen nach der Besichtigung und ich fand den Platz einfach schön. Wir waren alleine, es gab Schatten, die Toiletten waren sauber und offen, das Meer war toll und ich wäre gerne länger geblieben.

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Mistras

Mistras war definitiv eines der großen Überraschungshighlights. Nachdem wir zuvor noch nie etwas davon gehört hatten, standen wir dem ganzen eher neutral gegenüber, auch wenn es in unserem Reiseführer als eines der 12 Highlights Griechenlands beschreiben war. Aber da es quasi neben Sparta und damit fast direkt auf unserer Route lag, dachten wir uns, ein par Ruinen mehr können nicht schaden, und hielten zu der bestmöglichen Tageszeit für eine Besichtigung: mittags. Naja, wie soll ich sagen, es war anstrengend, verdammt anstrengend und gleichzeitig das faszinierendste, was wir während unserer Tour besichtigen konnten.

Zunächst mal die Fakten und Eckdaten:

Mistras ist eine byzantinische Ruinenstadt und liegt in den Ausläufern des Taigetosgebirges. Die Ruinen thronen hoch über der Ebene des Flusses Evrotas und die Aussicht ist atemberaubend! 1249 ließ ein fränkische Krezritter dort oben die erste Festung errichten. Nach einer Eroberung durch die Byzantiner 1265 entstand unterhalb der Festung ein florierendes Zentrum höfischer byzantinischer Kultur. 1460 wurde die hochentwickelte Stadt durch die einfallenden Türken leider zerstört. Nichtsdestotrotz schimmert die einstige Pracht in den Ruinen noch durch. Auch heute noch ist die Unterteilung in Festung, Oberstadt und Unterstadt deutlich zu erkennen.

Parken kann man sowohl vor dem Eingang der Unterstadt als auch vor dem der Oberstadt. Für die Lauffaulen unter uns kann man mit demselben Eintrittsticket nochmals in dem jeweiligen anderen Stadtteil rein. So kann man beispielsweise die Unterstadt besichtigen und dann mit dem Auto hoch zur Oberstadt fahren und dort nochmals durch die Eingangskontrolle um die Oberstadt zu besichtigen. In die Festung hoch muss man dann aber doch einen kleinen Fußmarsch auf sich nehmen. Aber der lohnt sich definitiv. Die Aussicht ist Atemberaubend.

Ach, und man sollte nicht dem selben Irrtum erliegen wie wir: Die einzelnen Stadtteile sind sehr wohl miteinander verbunden, auch wenn es auf der Karte nicht so aussieht. Wenn man also in der Oberstadt startet und einfach immer weiter läuft kommt man am Ende zwangsläufig in der Unterstadt raus…und muss den Weg dann natürlich auch wieder hoch. Aber ich muss sagen, die Anstrengung hat sich gelohnt.

Das Gassennetz ist faszinierend. Informationstafeln erzählen spannende Geschichten auf Englisch und erläutern die damalige Organisation der Stadt bzw. der Städte untereinander (wenn auch oft in doppelter Ausführung). Die meisten Ruinen kann man noch betreten und erkunden, ebenso wie die vielen noch erhaltenen Kirchen. Das macht das Ganze zu einem riesigen Entdeckerspielplatz für Groß und Klein. Wen die Hitze plagt, für den gibt es auf dem ganzen Gelände verteilt Trinkwasser-Brunnen.

Etwa in der Mitte befindet sich ein Kloster das noch in Betrieb ist. Es ist wie eine kleine grüne Oase inmitten der Ruinen. Wie ich finde ein südländischer Traum. Trotz der vielen Touristen ist es aber wichtig die Kleiderordnung zu respektieren und sich ggf. eine der Schürzen umzubinden, die am Eingang extra dafür aushängen.

Einen tollen Schlafplatz gibt es auch in der Nähe:

Ganz in der Nähe der Autobahnabfahrt vom Sparta führt ein Pfad auf einen kleinen Hügel. Dort oben kann man neben alten Ruinen stehen und mit einem traumhaften Blick auf Sparta einschlafen. Naja…könnte man, wenn man ein Auto mit Allrad besitzt. Der Weg nach oben ist ein Schotterweg, relativ steil und mit engen Kurven. Größe Fahrzeuge könnten sich also schwertun. Anscheinend kann man die Ruinen von beiden Seiten des Hügels anfahren, das haben wir aber nicht probiert.

Wer, wie wir, es nicht nach oben schafft und rückwärts wieder runter rollt, für den gibt es auch eine andere Alternative. Die hat zwar nicht ganz so viel Aussicht aber auch ihren eigenen Charme: Etwa auf halbem Weg nach oben gibt es eine kleine Kirche mit einem Parkplatz. Dort kann man mit ein bisschen Geduld einen Ebenen Stellplatz finden. Die Kirche ist rundum Überdacht und bietet so Schatten zum Sitzen. Außerdem lässt sich zwischen den Bäumen gut eine Hängematte aufspannen 😉. Morgens war um die Kirche herum zwar sehr viel los, aber niemand schien sich an uns zu stören. Trotzdem lohnt sich natürlich ein kleiner Spaziergang nach oben zu den Ruinen.

Vielleicht haben wir uns auch nur ein bisschen blöd angestellt, denn einige (offensichtlich) Ortsansässige sind dort auch ohne Allrad hochgekommen. In dem Fall darf man dann wohl keine Gnade mit dem Auto kennen…

Zuletzt noch ein paar Worte zu Sparta:

Man kann getrost mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Sie ist übersichtlich aufgebaut (die Straßen im Karo-Muster) und man findet sehr leicht einen Parkplatz. Es gibt sehr viele schöne Kaffees, es lohnt sich also ein wenig spazieren zu gehen. Neben den Ausschilderungen zu den ortseigenen Ruinen ist auch die Ausschilderung nach Mistras sehr übersichtlich.

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