Fähre oder Landweg?

Wer mit dem Auto oder dem Camper nach Griechenland will, der stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage: Fähre oder Landweg?

Hat man, wie die meisten, nur begrenzt Zeit und Geld zur Verfügung, dann fällt die Wahl natürlich auf die schnellere und/oder billigere Option. Aber welche ist das denn jetzt?


Von München aus über Österreich, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien nach Igoumenitsa sind es ca. 1 680 km. GoogleMaps spuckt als Fahrtzeit 21,5 Stunden aus. Ist man mutig und hat ein gutes Durchhaltevermögen, kann man diese Strecke in zwei Tagen bewältigen, ganz harte evtl. auch in einem. Um das zu schaffen braucht man aber mindestens zwei erfahrene Autofahrer und verdammt gute Nerven. Dass das anstrengend und nicht gerade ein entspannter Start in den Urlaub ist, das ist wohl klar. Das gleiche gilt für den Rückweg.
Kommen wir zu den Kosten: Rechnet man optimistisch, mit einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 km und einem Dieselpreis von 1,35€ pro Liter, so kommt man auf Dieselkosten von rund 160€. Einfach. Dazu kommen auch noch diverse Mautkosten und dann das alles mal zwei.
Eine schnellere Alternativroute führt über Österreich, Slowenien, Serbien und Nordmazedonien. Diese Route ist um 200 km länger, dauert aber laut GoogleMaps nur ca. 18 Stunden. Natürlich sind diese Angaben Richtwerte. Staus, Toiletten- oder Essenspausen kosten meist mehr Zeit als man denkt.

Bei den Kosten für den Landweg handelt es sich also für Hin- und Rückfahrt um ca. 320 € Dieselkosten, plus diverse Mautkosten, da man bei solch einer langen Fahrt wohl nicht die Nerven hat, alle Mautstraßen zu umgehen. Hinzu kommen natürlich Kosten für Brotzeit, Toilette und eventuelle Übernachtungen.

Um es einigermaßen angenehm zu gestalten, muss man wohl zwei Tage für die Anfahrt einplanen, wobei ich aus eigener Erfahrung sagen muss, dass so etwas sehr Kräftezehrend ist, selbst als Beifahrer. Von einem schönen Start in den Urlaub, bzw. einem entspannten Ausklingen und Zurückkehren in den Alltag kann hier definitiv nicht die Rede sein.

Diejenigen, die nicht nur nach Griechenland wollen, sondern für die die Reise das Ziel ist, die können sich für die Anfahrt etwas mehr Zeit nehmen und so einige sehr schöne Länder kennen lernen. Wir haben beispielsweise ein junges Paar aus Holland getroffen, das mit dem Camper und zwei kleinen Kindern über den Landweg angereist ist. Natürlich in einem entspannten Tempo. Die zwei waren mehr als nur begeistert von Albanien. Leider war ein Abstecher nach Albanien nicht in unserem Zeitplan mit inbegriffen. Trotzdem werden wir sicher irgendwann mal ihrem Rat nachkommen und Albanien auf unsere Wunschliste setzen.


Die Fähren von Italien nach Griechenland starten in Venedig, Ancona, Brindisi und Bari. Die häufigste und bekannteste Verbindung ist Ancona-Igoumenitsa. Mit Deutschland als Startpunkt ist jedoch Venedig – Igoumenitsa die Verbindung mit der kürzesten Autofahrtstrecke. 550km von München aus mit einer Fahrtzeit von fünfeinhalb Stunden. Das ergibt nach der obigen Rechnung etwas mehr als 50€ Dieselkosten für die einfache Fahrt. Die Überfahrt mit der Fähre kostete uns 315,95€ für die Hin- und Rückfahrt (mit Frühbucherrabatt). Jedoch reisten wir mit einem „normalen“ PKW (mit Dachzelt hat das Auto eine Höhe von 1,99m und liegt damit unter der 2m Marke) und wir buchten die Übernachtung auf Deck. Die Überfahrt von Venedig nach Igoumenitsa dauert 27,5 Stunden, der Rückweg nur 24,5 Stunden. Das ist beides eine ziemlich lange Zeit. Die Fähre bietet jedoch die Möglichkeit sich in dieser Zeit zu entspannen. Wirklich erholsam ist das jedoch nur, wenn man für einen Aufpreis von 45€ pro Fahrt und Person, eine Kabine mietet. Aber dazu später mehr.

Mit der Fähre fährt zahlt man also für die Hin- und Rückfahrt um die 350€ für zwei Personen und einen PKW. Der genaue Preis ist abhängig vom Buchungsdatum und Anbieter. Je größer das Fahrzeug und die Anzahl der mitreisenden Personen, desto höher auch der Preis. Wer sich eine Kabine leisten will, der zahlt natürlich einen Aufpreis. Dazu kommen ca. 100€ Sprittkosten für die An/Abreise nach/von Venedig. Geht man ohne eigene Brotzeit auf das Schiff, dann wird das Essen nicht gerade billig.

Sieht man mal von den Abfahrts und Ankunftszeiten ab, dann ist die Fähre definitiv die angenehmere Art zu Reisen. Wie angenehm das Ganze ist, das hängt dann am Ende stark davon ab ob man eine Kabine gebuch hat oder nicht. Wer das Geld hat oder mit Kindern unterwegs ist, der sollte sich unbedingt eine Kabine leisten. Unsere Erfahrungen mit den Fährfahrten sind nämlich nicht sonderlich positiv:

Den ersten Schock bekamen wir schon zwei Tage vor der angekündigten Abfahrt. Ich erhielt eine E-Mail, dass die Fähre nicht, wie geplant, in Venedig startete, sondern ein par Stunden später in Ancona. Wir hätten die Möglichkeit zur kostenlosen Umbuchung gehabt, schafften es aber noch rechtzeitig. Das aber auch nur weil wir uns viel Zeit für die Anfahrt eingeplant hatten. Die nächste Sache war die „Übernachtung auf Deck“ die man auch ausdrücklich so hatte buchen können. Tja, auf der Fähre hingen dann überall „no Camping“ Schilder und man wurde vertrieben, sobald man seine Isomatte ausrollte. Mit unseren Rucksäcken durften wir auch nicht in die Restaurants, auf die bequemen Bänke. Da durfte man nur zwischen 23:00 Uhr und 06:00 Uhr schlafen, während das Restaurant oder die Bar geschlossen hatte. Die Rückfahrt war nicht vie besser. Deckschrubben mit Hochdruckreiniger, ohne Rücksicht auf die dort Schlafenden.


Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Kosten einigermaßen ausgeglichen sind. Die Fähre ist zwar ein wenig teurer, vor allem wenn man eine Kabine aufbucht, dafür aber deutlich weniger anstrengend. Für eine einfache Anreise bietet sich die Fähre also an. Der Landweg ist dagegen etwas für die Weltenbummler unter uns.

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Die perfekte Reisezeit

Natürlich gibt es nicht DIE perfekte Reisezeit. Jeder muss für sich wissen welche Pläne er hat, welche Erwartungen er an die Reise stellt und welche Vorrausetzungen er mitbringt. Wer beispielsweise keine Hitze verträgt ist im Hochsommer in Griechenland evtl. fehl am Platz.

Die Angaben in der Tabelle beziehen sich immer auf Athen. Da die Temperaturen je nach Region sehr unterschiedlich sein können, dienen diese Angaben eher als grober Bezugspunkt.

Griechenland liegt im Süden Europas, eingerahmt durch die Ägäis im Osten und das Ionische Meer im Westen. Allgemein kann man sich also auf ein mediterranes Klima, mit heißen und trockenen Sommern und milden aber regnerischen Wintertagen, freuen. Jedoch spielen auch die Berge im Landesinneren und die damit verbundene Höhe zum Meeresspiegel eine große Rolle. Je weiter man sich ins Landesinnere begibt und je höher die Lage ist, desto mehr nimmt der mediterrane Einfluss ab. Allgemeint lässt sich also sagen: Im Landesinneren, bzw. Richtung Norden wird es einige Grad kühler.

Frühling
Im Frühjahr steigen die Temperaturen von März (10°C-20°C) bis Mai (15°C-25°C) stetig an. Die, eh schon wenigen Regentage, werden noch weniger. Die Luftfeuchtigkeit sinkt und die Wassertemperatur steigt von 15°C auf, um die 20°C. Die Temperaturen sind also Ideal für einen aktiven Urlaub: Wandern ist angenehm, beim Sightseeing brennt die Sonne nicht vom Himmel und man kann trotzdem, zum Ausklingen des Tages, im Meer baden gehen, ohne sich Frostbeulen zu holen. Außerdem zählt das Frühjahr nicht zu den Hauptreisezeiten, so dass die Preise deutlich günstiger und die Sehenswürdigkeiten nicht so überlaufen sind, wie während der Sommerferienzeit. Das Frühjahr ist also die ideale Zeit für eine Städtetour. Wer außerhalb der Hauptsaison reist hat außerdem den Vorteil, traumhafte Stellplätze ganz für sich zu haben. Wer also die Ruhe schätzt, aktive Urlaube liebt und gerne alleine mit der Natur ist, für den ist der Frühling genau das Richtige.

Sommer
Im Sommer, von Juni bis August, sind die Temperaturen am höchsten: zwischen 25°C und 35°C sind normal. Die 40°C Marke kann aber auch schnell mal geknackt werden, vor allem in den Städten, in denen die Luft steht. Dort bringen auch die Nächte wenig Abkühlung. Dementsprechend ist eine Städtetour im Hochsommer vielleicht nicht das Richtige. Die Regentage sind bei einem Minimum von 1-2 Tagen pro Monat. Die Luftfeuchtigkeit hat in der Sommerzeit die niedrigsten Werte und die Wassertemperatur ist am höchsten, mit um die 22°C. Wer mit Kindern an die Ferien gebunden ist und mehr als zwei Wochen unterwegs sein will, dem bleiben wohl nur die Sommerferien.
Wem es nichts ausmacht an den Stränden oder diversen Stellplätzen nicht alleine zu sein, der kann getrost auch im Sommer reisen und das perfekte Badewetter genießen. Jedoch sind um diese Zeit auch Sommerferien für die griechischen Schüler und viele griechische Familien machen im eigenen Land Urlaub. So sind auch kleinere Strände meist recht voll.

Herbst
Im Herbst, von September bis November, sinken die Temperaturen stetig von 25°C auf 15°C ab und die Regentage nehmen langsam zu, bis zu 9 im November. Die Wassertemperatur nimmt ebenfalls langsam ab, hat aber im November immer noch ca. 20°C. Einen Herbst, so wie hier in Deutschland, mit Stürmen und Starkregen gibt es jedoch nicht. Stattdessen sinken die Temperaturen nur langsam ab und die Regentage nehmen zu, so dass man doch eine Regenjacke und eine wärmere Jacke für die Abende benötigt. Denn vor allem nachts fängt es an kühl zu werden. Für einen Campingurlaub ist der Spätherbst somit wohl nicht ganz das Richtige. Wer den Sommer jedoch angenehm ausklingen lassen will, der kann getrost auch noch in den September hineinfahren. Auch für einen aktiveren Urlaub sind die Temperaturen im Herbst angenehmer als im Sommer.

Winter
Im Winter, von Dezember bis Februar, erreichen die Temperaturen ein Minimum: im Schnitt 10°C. Die Regentage erreichen ihr Maximum von 12 Tagen im Dezember. Auch die Wassertemperaturen sinken auf 15°C ab.
In den Bergen im Norden Griechenlands fällt ab einer Höhe von ca. 1200m Schnee. Am Parnass im Pindosgebirge gibt es ca. 25km nordwestlich von Arachova ein Skigebiet. Die Frage ist natürlich immer ob es sich lohnt, zum Skifahren extra nach Griechenland zu fahren, wenn man die Alpen sozusagen direkt vor der Nase hat. Aber das ist schließlich jedem selbst überlassen.

Allgemein lässt sich also sagen, dass der Frühling und der Somme die idealen Reisemonate sind, je nachdem welche Art von Urlaub man plant. Aber auch der Spätsommer/ Frühherbst kann noch gut genutzt werden.

Wir waren von Anfang Juli bis Mitte August unterwegs und es war, wenn auch manchmal ein bisschen sehr warm, genau das Richtige. Zum Wandern, zumindest haben wir diese Erfahrung gemacht, war auch der Hochsommer nicht die falsche Zeit: Auf dem Olymp hatte es angenehme Temperaturen aufgrund der Höhe. Auch die Lousios-Schlucht, sowie die Vikos-Schlucht liegen höher und im Landesinneren. Außerdem bietet die natürliche Beschaffenheit einer Schlucht natürlich ebenfalls guten Schutz vor der brennenden Sonne. Zum Baden war das Wetter natürlich ideal, genauso fürs Campen. Langschläfer darf man jedoch nicht sein, da einen die Sonne spätestens um 9:00 Uhr aus dem Zelt treibt. Nur für Sightseeing und unsere kleine Städtetour durch Athen war es definitiv zu heiß. Da gibt es nur eines: Kopfbedeckung, Sonnencreme und viiiieeeel trinken. Alternativ kann man auch die heißesten Stunden des Tages umgehen, indem man früh aufsteht und den Mittag irgendwo im Schatten verbringt. Aber auch das haben wir überlebt und, ob man es glaubt oder nicht, man gewöhnt sich an die Hitze.

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Wir in Griechenland

Im Sommer 2019, genauer von Anfang Juli bis Mitte August, fuhren wir gemeinsam durch Griechenland. Meine Eltern liehen uns ihr Auto, wir bauten das Dachzelt oben drauf, das ich zum Abitur bekommen hatte und ich verkünstelte mich ein wenig mit dem Innenausbau des Kofferaums. Es konnte also losgehen, die erste große Reise alleine zu zweit.

Wir setzten mit der Fähre von Venedig nach Igoumenitsa über (zumindest hätte es so laufen müssen aber das ist eine andere Geschichte) und von dort aus fuhren wir für 5 Wochen durch das ganze Land. Naja, fast zumindest…

Unsere Route führte uns an der Westküste nach Süden, über Patras, Olympia und Sparta and die Ostküste der Peloponnes. Von dort aus ging es über Athen, Delfi und den Olymp an der Ostküste wieder nach Norden. Dort querten wir dann das Innland und fanden so unseren Weg zurück nach Igoumenitsa. Das ganze natürlich mit mehr oder weniger großen Umwegen. Die griechischen Inseln mussten wir leider auslassen.

So konnten wir eine ganze Menge des Landes sehen: Natürlich Ruinen ohne Ende, traumhafte Strände, Städte und versteckte Plätze. Das alles möchte ich teilen, zusammen mit den unvergesslichen Erfahrungen die wir in dieser Zeit gemacht haben.

Jetzt stellt sich nur die Frage, warum überhaut Griechenland? Naja, ganz einfach: Wir haben ein Reiseziel gesucht, das wir auch mit dem Auto erreichen können (um eines zu leihen sind wir zu jung). Außerdem wollten wir ja natürlich so lange wie möglich unterwegs sein, hatten jedoch nur ein begrenztes Budget. Also mussten die Lebenserhaltungskosten möglichst günstig sein. Da ich den Sommer, die Hitze und das Meer liebe zog es uns eher nach Süden. Zu guter letzt sollte es ein Land sein, in dem keiner von uns bis jetzt gewesen ist. Ach ja, und Toms Bedingung war noch: gutes Essen. So kamen wir schließlich auf Griechenland und für einen Camping-Rundreise war es genau das Richtige.